Berichte von 02/2013

Donnerstag, 28.02.2013

Autofahren in China

Ein weiteres Thema, dass unbedingt noch beschrieben werden muss, ist der Fahrstil hier in China!

Und eigentlich gibt es kein anderes Wort für diesen Zustand, den die Chinesen Straßenverkehr nennen, als „CHAOS!“ Es ist furchtbar.

Automobiltransporter, LKWs, Busse, KFZs, Elektroroller, Fahrräder (mit und ohne Elektromotor und Anhänger) drängen sich auf kleinstem Raum und versuchen dabei so oft wie möglich zu hupen und gegen das gängige Verkehrsverständnis eines Westlers zu verstoßen! Rücksicht ist ein Fremdwort, Verkehrssicherheit sowieso und das Prinzip des „Achte immer auf das schwächste Glied“ kennt man nicht. Fußgänger werden bedrängt, ausgehupt und fast über den Haufen gefahren (meist nur aufgrund schnellen Ausweichens von Seiten des Fußgänger zu verhindern).

Es ist wirklich nicht überraschend, dass so viele Menschen in China im Straßenverkehr sterben!

Auch die zum 1. Januar in Kraft getretene neue Regelung, dass es beim Überfahren einer roten oder gelben Ampel 6 Punkte gibt (bei 12 ist der Lappen weg), wird meist nur in Downtown Nähe beachtet, in Anting zum Beispiel wird noch gerne mal eine Ampel übersehen.

Des Weiteren darf man hier rechts überholen und das Anschnallen ist noch immer nicht allzu verbreitet. Trotz Fotoanlagen auf den großen Strassen (es blitzt die ganze Zeit, weil einfach permanent Bilder gemacht werden und diese nachträglich ausgewertet werden) wird auch gerne mal mitten auf der Strasse stehen geblieben und telefoniert oder im Gegenverkehr gefahren. Auch der Standstreifen wird gerne als Rennstrecke genutzt (von chinesischen sowie einigen westlichen Autofahrern), wobei auf den Autobahnen auch gerne 80km/h als Höchstgeschwindigkeit gefahren wird.

Die Elektroroller sind eine ganz spezielle Plage, da diese so leise sind, dass man sie erst bemerkt, wenn man unter die Räder gekommen ist. Auf diesen kleinen Fahrgeräten, ausgelegt für ca. 100kg, wird auch glatt mal die gesamte Familie (im Stapelverfahren) oder anderes Zeug trasportiert. Mein persönliches Highlight hierbei sind die Styroporladungen...hierbei wird Styropor in unglaublichen Mengen zu runden riesen Stapeln zusammengebunden und dann auf dem Roller umhergefahren. Der Stapel ist dabei ungefähr 6 mal so gross wie der Roller (und verbirgt diesen auch fast komplett) und wirkt auf diese Weise wie ein Riesenschneeball, der über die Strasse fährt.

Hier ein paar Eindrücke, die ich zwar nicht selber gemacht habe, allerdings meine Erfahrungen wiederspiegeln...

Mittwoch, 27.02.2013

Atmen in Shanghai

Kurz vor Ende meines Aufenthaltes hier, möchte ich noch über ein paar Dinge schreiben, die ich bisher ausgelassen habe. Zum Einen, weil so viele andere Dinge passiert sind und zum Anderen um meine Leser nicht zu besorgen. Deshalb folgt erst jetzt ein Bericht über die Luftverschmutzung hier in China.

Die Luftqualität bzw –verschmutzung wird mithilfe des Air Pollution Index (API) angegeben...für die Berechnung dieses Wertes werden verschiedene Daten zusammengerechnet und herauskommt, wie gesund es ist überhaupt noch zu atmen.

Es gibt sogar ganz eigene Internetseiten, die einem in schönen Signalfarben zeigen, wie schlimm oder weniger schlimm es gerade in den verschiedenen Städten Chinas ist (http://www.aqicn.info/city/shanghai/).

Folgende Tabelle stellt sehr gut dar, wie der AQI bewertet wird.

Der aufmerksame Nachrichtenzuschauer hat sicherlich mitbekommen, wie bescheiden die Luftsituation in Peking insbesondere vor dem chinesischen Neujahr war. Der AQI lag hier teilweise weit über 600 (schon gar nicht mehr in der Tabelle dargestellt!) und den Bewohnern wurde empfohlen die Wohnhäuser nicht mehr zu verlassen oder, falls doch, einfach auf das Atmen zu verzichten...Zum Teil reichte die Sicht wohl nicht einmal 2 Meter weit.

Auch in Shanghai ist die Situation alles andere als rosig (oder laut Tabelle grün), aber nicht gaaaaanz so gravierend. Unsere Werte schwanken lediglich zwischen weit über 50 und 400 (kleine Anmerkung: In Deutschland geht alles auf die Barikaden, wenn der Wert von 50 an 35 Tage am Stück erreicht wird).
Auch hier heißt es also nicht zu tief einzuatmen oder alternativ einen Mundschutz zu tragen (aus Stoff oder Papier, mit Glitzersteinen und ohne, uni oder mehrfarbig), obwohl ich persönlich nicht an die Wirkung dieser Dinger glaube.

Luftstatus am 27.02.2013

Vielleicht will mein nun schon seit fast 5 Wochen anhaltender Schnupfen und Husten auch aufgrund der schlechten Luft nicht weggehen. Schließlich gleicht hier jeder Atemzug vom Gesundheitsgrad her mindestens einer Schachtel Zigaretten. Da kann sich der Körper ja auch kaum erholen...

Ich werde also bei meiner Ankunft in Dortmund am Samstagmorgen erst einmal tief durchatmen und die gute Ruhrpott Luft in mich aufnehmen!

P.S. Auch ich habe eine Maske, allerdings war die eher als Scherz zum Verstecken meiner Katzenkratzer gedacht. Sie ist auch schrecklich dezent :D

Montag, 25.02.2013

Recap des letzten Wochenendes

An meinem letzten Wochenende in Shanghai (unfassbar wie schnell die Zeit vergeht), ist viel passiert. Die dazu passensten Adjektive sind schmerzhaft, schön, entspannt, lecker, feierlich, müde und anstrengend.

Schmerzhaft war der Freitagabend, an dem mich 1 der 3 Katzentiere von Olaf und Kathrin attackiert hat...jetzt habe ich Kratzer im Gesicht und an der Wade und Angst vor Tips (Name des Katers). Allerdings hatte der mir vorher (also in Begleitung von Olaf und Kathrin) sehr enstpannte Tips wohl einfach Angst vor mir, als ich alleine durch die Wohnung gewandert bin...vermutlich hat er keine guten Erfahrungen mit der Putzfrau gemacht. Also ist es aus Katzensicht nachvollziehbar und für mich halt doof gelaufen. Jetzt verbringen wir die Zeit in getrennten Räumen und ich hoffe er fühlt sich nach meiner Abreise in 4 Tagen wieder besser und nicht mehr bedroht von mir fremden Wesen.

Ich bin mir auch sicher, dass nach Tattoos und Branding als Körperkunst „Scratching“ (also Kratzen) total trendy sein wird und ich als Vorreiterin bei diesem Trend gelten werde... ;) 

Schön war der Sonntagvormittag bzw wurde ich am Sonntagvormittag schön gemacht. Ich habe nämlich in einem kleinen Schönheitsstudio eine Wimpernverlängerung sowie eine Manicure bekommen. Dafür lag ich fast 2 Stunden auf einer Liege und es haben 3 Chinesinnen an mir rumgeklebt und gefeilt und lackiert. Ich hätte zu gerne ein Foto von dem Anblick, habe mich aber nicht getraut zu fragen.

Auch habe ich das „Vorher“Foto für den „Vorher-Nachher“Effekt versäumt. Also gibt es rein theoretsich nur ein „Nachher’-Foto mit super tollen langen Wimpern (welches ich später einfügen werde, da ich gerade keines zur Hand habe, es sieht aber ein bisschen wie auf dem nachfolgenden Bild aus).

Diese Wimpern werden nun bis zu 2 Monate an meinen eigenen kleben und dann mit diesen im normalen Wachstumszyklus ausfallen. Ich brauche jetzt auch erst mal keine Wimperntusche mehr.

Um dann noch ein bisschen netter auszusehen, habe ich mit Kathrins Hilfe 2 Ketten erhandelt ;)

Hauptsächlich entspannt war die anschließende Massage in einem seriösen Massagesalon (Wir sind auch aus Versehen in einen etwas unseriösen gestolpert, bei dem uns eine junge Chinesin mit mehr als knappem Leder-Minikleid die Tür öffnete und meinte „Special Massages wären nicht für Ladies“...wir sind dann lachend wieder gegangen).

Nun denn, in dem seriösen Salon wurden wir nach typischer Spa Manier in entspannt abgedunkelte Räume geführt (Kathrin und ich zusammen) und mussten erst einmal eine Art Pyjama im grau weißem Streifenmuster anziehen (Geschichtsunterricht lässt grüßen, ebenso wie eine Buchempfehlung meinerseits: „The boy in the striped Pyjamas“). Dann wurden wir von unseren Masseuren (männlich und weiblich) mit einem Handtuch abgedeckt und durch dieses Handtuch massiert. 45 Minuten lang wurden also Schultern, Nacken sowie der Kopf durchgeknetet (ich hab immer noch Schmerzen in den Schultern). Mein Masseur war außerdem eine kleine Quasselstrippe und hat mich gefragt wo ich herkomme und wie alt ich bin und mir dann ganz chinesisch charmant gesagt, wie hübsch ich doch wäre...das wirkte aber etwas komisch, da der Raum ja eher dunkel war und ich den Kopf in der Öffnung der Massageliege hatte...aber naja. Welche Frau bekommt nicht gerne Komplimente :D

Beim Bezahlen wurde uns dann sogar nur 1 statt 3 Massagen abgerechnet und wir sind mal ganz dreist aus dem Laden gegangen...Allerdings bemerkten auch die Damen an der Kasse ihren Fehler kurz nach uns und sind uns gefolgt. Sie entschuldigten sich dann aber ganz oft für ihren Fehler und die Unannehmlichkeit etc. Wir hätten mit mehr Strategie an die „Zahlflucht“ herangehen sollen und uns einzeln in Geschäfte verstreuen sollen...aber dafür sind wir dann wohl doch zu deutsch und ehrlich. Aber es war lustig. 

Lecker war das in großer Runde angelegte Abendessen in einem Restaurant, dass sehr gute Peking Ente anbietet. Erstaunlich ist hierbei für den Laien die Tatsache, dass die Peking Ente nicht wie bei uns im China-Restaurants gegessen wird, sondern nur ganz feine Scheiben der Haut abgeschnitten werden und zum Verzehr zusammen mit Zwiebeln und einer dunklen Sauce in einen ganz dünnen und kleinen „Reistortilla“ gelegt werden. Sehr lecker das Ganze, ebenso wie all die anderen Speisen auf unserem Drehtisch.

Nach all dem leicht warmen chinesischem Bier im Duck King Restaurant ging es dann bei Cocktails noch sehr feierlich zu, als wir in einen Club (namens Brown Sugar) mit sehr guter Live Musik weitergezogen sind. 

Dementsprechend müde waren wir wohl alle auch am Sonntag und mein Ausflug zu zwei Stoffmärkten und einem Teemarkt in Shanghai war ein bisschen anstrengend. Aber das Wetter war toll und die Sonne schien, weshalb gleich alles viel einfacher war und meine bestellte und leider etwas missratene Maßbluse nicht allzu sehr ins Gewicht fiel...vielleicht fällt der Stoff nach dem ersten Waschen aber auch einfach besser und zur Not muss ich halt in Deutschland mal zum Schneider damit.

Freitag, 22.02.2013

Kleidungsstil in China

Ein Thema, das mich als modebegeisterte, hier aber aus praktischen Gründen (ich hatte bis zu meinem Auszug keinen Zugriff auf eine Waschmaschine und habe von Hand gewaschen) eher simpel gekleidete Person doch sehr fasziniert.

Denn meiner Meinung nach kleiden sich insbesondere die chinesischen Frauen sehr experimentell. Farben und Muster werden mehr als wild und tollkühn gemischt und mit Highheels der extremsten Sorte kombiniert (leider können die Chinesinnen aber nicht auf diesen laufen). Dabei entsteht dann gerne der Püppchen Look:
Hierbei es besonders wichtig, dass die High Heels im Over Knee Look getragen werden und die Röckchen/Kleidchen möglichst rüschig und kurz sind. An Schuhen/Stiefeln sowie Jacken muss ausserdem grundsätzlich in irgendeiner Form Echtpelz (hier nicht sehr teuer) verarbeitet sein und Glitzer ist auch gern gesehen. Ebenso wie knallige Farben.
Die Haare sind kunstvoll gelockt und Make up wird auch gern eingesetzt. Auf Haaraccessoires in Form von bunten und glitzernden Schleifen wird viel Wert gelegt. Alles also recht aufwendig und ich frage mich, ob die meist männliche Begleitung dieser Püppchen auch weiß, wie die Freundin ohne künstliche Wimpern und Farbe aussieht.Ich vermute aber nicht...zusammengezogen wird nämlich erst nach der Hochzeit.

Mein ganz persönliches Highlight war bisher eine junge Frau aus der Firma, die zu einem schwarzen Lederblazer einen mehr als knappen hellblauen Jeansrock trug und unter diesem eine schwarze Leggins mit Aufdruck der verschiedenen Flaggen der Länder der Welt trug...wohlgemerkt in Neonfarben. DAZU (ja, es wird noch besser) trug sie dann camelfarbene Stiefeletten mit 10cm Absatz und sehr plüschigem Fellrand. Ich muss gestehen fast gegen die Palme im Büro gelaufen zu sein, als ich die Kollegin gesehen haben...

Schuhe sind hier bei beiden Geschlechtern in den meisten Fällen ohnehin sehr extravagant gewählt. Von den bereits erwähnten High Heels in jeder Form und Farbe (sogar mal mit durchsichtigem Plastikabsatz oder Stern (!!!) als Absatz) über Stiefel im Ugg-Boot Stil mit Fell aussen und den Over Knees in jeder möglichen Farb- und Formavriante bis zu Plateauschuhen und Turnshuhen in Neonfarben, gibt es einfach alles..

Nun zu den Männern:
Diese sehen eigentlich alle ziemlich gleich aus:
Die Hose wird gerne mit einem Wollpulli im 80er Jahre Stil kombiniert. Gerne auch mit Pollundern des gleichen Designs. Strickjacken sind ebenfalls sehr beliebt.
Die wenigen etwas modischeren Herren wagen sich auch mal an ein karriertes Hemd.

Diese Beobachtungen beziehen sich hauptsächlich auf meine Erfahrungen in Shanghai, Hong Kong ist von der modischen Extravaganz eher mit London zu vergleichen. Auch alles ein bisschen extrem und abgedreht aber dennoch ins Bild passend.

Donnerstag, 21.02.2013

Bye Bye Anting

Ich mache es kurz: Ich wohne nicht mehr in meiner (R)unterkunft in Anting.

Bei meinem Wiedereinzugsversuch gestern Abend ging der Strom noch immer nicht, trotz angeblicher Reperatur. Trotz der Hilfe eines im Haus wohnenden Elektrikers kam es zu keinem Ergebnis und wir standen schlotternd im Flur. In diesem Moment hat glaube ich der Irsinn von mir Besitz ergriffen, denn ich habe abwechselnd gelacht und den Kopf geschüttelt. So etwas würde es in Mitteleuropa einfach nicht geben.
Hier auch mal ein Bild meines "Stromkastens" (Olaf war davon übrigens sehr begeistert).

Papa hat mir dann auch untersagt weiterhin dort zu wohnen, da selbst bei einer weiteren Reperatur die Gefahr eines Brandes nicht sinkt und ich nicht nachts im Bett verbrennen soll.

Olaf und Kathrin sehen das sehr ähnlich und haben mich dann mitsamt meines gesamten (im Dunkeln gepackten) Gepäcks und Ralfie abgeholt. Kathrins Kommentar zur Wohnung „Oh mein Gott, warum hast du denn nie was gesagt!“
Ich muss dazu sagen, dass es mit Strom für die kurze Zeit meines Aufenthaltes ok war. Spartanisch, aber ok...(an dieser Stelle möchte ich aus dem sehr empfehlenswerten Film OSS 117 zitieren: „ Hat man die Hygiene erst einmal hinter sich gelassen...“).
Immerhin hatte ich PVC Boden. Also im Gegensatz zu meinen chinesischen Mitbewohnern. Diese leben auf nacktem Beton und zu zweit auf Pritschen in diesem Palast.

Nachdem ich mich eher weniger wehmütig von meiner (R)unterkunft verabschiedet habe, bezog ich wieder das Gästezimmer in Olaf und Kathrins Wohnung.
Mal schauen, wie ich auf die dauerhaft funktionierenden Heizungen und das fließend warme Wasser aus dem Wasserhahn in den kommenden Tagen so reagiere...
Mit den 3 Hauskatzen verstehe ich mich bereist sehr gut.

Aber nun zu einem anderen Thema:
Wie man beim Lesen meiner bisherigen Einträge vielleicht bemerkt hat, bin ich kein allzu großer Fan der Fake Markets. Ich finde es zwar unheimlich spannend diese zu besuchen und durch die Waren zu schlendern, schliesslich ist es faszinierend, was die Chinesen alles kopieren können. Ich bin mir sicher, dass wenn man einen Menschen angibt, man eine geklonte Version zurück bekommt. Vielleicht sogar zum Special Price, wenn man 2 nimmt...
Allerdings ist mir das Prozedere mit den Händlern nicht ganz geheuer. Ich mag nicht permanent angequatscht werden und mich gegen „Rolex, Prada und Co.“ wehren.

Aus diesem Grund war ich bis vorgestern ein recht langweiliger Zollkandidat bei meiner Heimreise. Aber nun habe ich die DVD Geschäfte entdeckt! Hier gibt es allerhand Filme und CDs für mehr als kleines Geld in nahezu perfekt kopierten Verpackung und meist auch ziemlich guter Qualität. Wer meine Liebe für Filme kennt, weiß, dass ich spätestens vor dem Regal mit den Disneyfilmen angefangen habe freudig zu strahlen und auf und ab gehüpft bin. Ich konnte auch wirklich nicht widerstehen und habe bei Tarzan, The Beauty & the Beast, The Lion King, Snow White und Cinderella zugegriffen....meine Disneysammlung blüht also auf!
Außerdem sind die Staffeln 1-5 meiner Lieblingsserie True Blood in meinen Besitz übergegangen und die beiden Green Day Alben „Dos“ und „Tres“ werden bald zu hören sein.

Ich werde nächste Woche auch noch ein bisschen meine weiblichen Gene glücklich machen und mir 1 oder 2 Teilchen in der normalen Shoppingmall kaufen. Neben einigen mehr als gewöhnungsbedürftigen Kleidungsstücken gibt es auch ein paar sehr nette Dinge in den Geschäften. Allerdings wird meine Größe wohl wieder zu einem kleinen Problem werden....

Dienstag, 19.02.2013

Fortsetzung

Ok, nun die Fortsetzung:

Mir wurde im Laufe des Tages mitgeteilt, dass ein Elektriker das Ganze repariert hätte und ich jetzt aber immer nur Klimaanlage ODER Heizung laufen lassen dürfte.

Das bedeutet nach dem Ausstellen des Kühlschranks seit dem Steckdosenbrand vor einigen Wochen weiteren Punkteverlust auf der Luxusskala meiner Unterkunft. Aber es sind ja nur noch 10 Tage und dann geht es zurück ins Land der Heizungen und funktionierenden Stromkreise.

Da ich allerdings fast meinen ganzen Hausrat zu Olaf und Kathrin verfrachtet  und diesen auch dort gelassen habe, nächtigte ich diese Nacht noch einmal bei den beiden und ziehe nach der Arbeit wieder in mein Heim.

In der Hoffnung, dass meine Nachbarinnen meine Anweisung zum Anstellen der Klimaanlage verstanden haben...sonst friere ich direkt in der Tür fest. Ralfie habe ich auch bei den beiden Mädels untergebracht.

Generell bereitet mir Ralfies Situation ein Problem...ich hatte nie gedacht, dass er überhaupt überleben würde, so aphatisch wie er in seiner Box im Supermarkt hing. Aber nun ist er quick lebendig und ich reise in wenigen Tagen ab. Und es findet sich kein vernünftiges Schildkrötenheim hier in China. Die Expats wollen ihn nicht und den Chinesen will ich ihn nicht geben. Denn es gibt glaube ich in China nichts Schlimmeres als das Haustier eines Chinesen zu sein. Eingepfercht in winzige Käfige, Boxen und Dosen fristen hier Hunde, Katzen und Reptilien ein Dasein, das mehr als jämmerlich ist. Verständnis für artgerechte Haltung scheint komplett zu fehlen, von Empathie ganz zu schweigen. Hauptsache das Tier ist irgendwie süß in seinem Gefängnis.

Also informiere ich mich derzeit über Einfuhrbestimmungen und seltene Tierfreunde unter den Chinesen...

 

Dienstag, 19.02.2013

Zustände wie im Mittelalter

Gestern Abend war so richtig beschissen (ich entschuldige mich nicht für dieses Wort, denn es gibt meiner Meinung nach keinen anderes Wort, dass die Situation treffender beschreibt).

Nach der Arbeit ging ich erst einmal etwas Kleines in der Mall essen, durch den Supermarkt und dann noch ein bisschen durch einige Geschäfte. Mit Regenschirm bewaffnet machte ich mich dann durch Regen und Wind bei 0 Grad auf den 15minütigen Fußweg zu meiner Unterkunft.
Wie jeden Tag öffnete ich die Tür ohne große Überlegung und blickte in tiefe Dunkelheit. Kein Strom. Mal wieder. Also augenrollend zum Sicherungskasten (die eigentliche Konstruktion an der Wand im Flur ist eine Beleidigung für jeden echten Sicherungskasten – es handelt sich nämlich lediglich um eine Art Brett mit Schalter und Stromding drauf) und den Schalter umgelegt. Nichts. Kein Licht. Keine Heizung.

Also noch ein bisschen weiter am Schalter gewackelt und bei meinen 2 Nachbarinnen angeklopft (Luo Zhen, mein kleines Helferlein ist leider im Krankenhaus in ihrer Heimatstadt und damit unerreichbar). Diese versuchten sich auch noch ein bisschen am Schalter und holten dann einen männlichen Nachbarn (wohl bemerkt, alles in der Kälte im offenen Hausflur). Dieser wechselte meine 2 offenbar durchgeknallten Sicherungen mit denen der leeren Wohnung neben mir und es ging wieder.
Also rein in die Wohnung, Heizung wieder an und davor aufwärmen. 1 Stunde später beim Schneiden meines Obstsalates saß ich plötzlich wieder im Dunkeln. Also wieder raus zum Sicherungskasten und am Schalter wackeln. Nichts. Wieder die Nachbarinnen nerven und den Nachbarn holen. Dieser rät mir die Heizung auszulassen und nur die Klimaanlage zum Heizen zu nutzen...hatte ich schon erwähnt, dass es an diesem Abend arschkalt war?!
Aber zum Retten meines Stromes stimmte ich zu und ließ die Heizung aus. Dann ging der Strom für circa eine halbe Stunde bis meine Nachbarinnen ganz aufgeregt an meiner Tür klopften und mir in gebrochenem Englisch mitteilten, dass mein Sicherungskasten Funken sprüht und verbrannt riecht!
Also habe ich schnell den Schalter umgelegt und es war wieder dunkel. Ich habe dann leicht entnervt gefragt, ob es nicht irgendein „Management“ gibt, dass für die Wohnungen verantwortlich ist und sich darum kümmern könne. Anscheinend nicht oder zumindest nicht mehr an diesem Abend.

Ich habe dann vollkommen gestresst und schockiert Olaf und Kathrin angerufen und mein Leid geplagt und gefragt was ich machen kann. Sie haben mich dann zu sich eingeladen und abgeholt. Mit meinen in fast völliger Dunkelheit (iPhone Taschenlampe Hallo!) gepackten Taschen bin ich dann noch die Stufen heruntergefallen und hab mir den Knöchel umgeknickt.
In Olafs und Kathrins warmer Wohnung angekommen wurde ich dann mit Spiegelei auf Toast und einem eigenen Gästezimmer mit Bad verwöhnt.

Ich bin den beiden so unendlich dankbar für ihre Gastfreundschaft, dass ein einfaches „Danke“ eigentlich gar nicht ausreicht! Sie haben mich vor dem Erfrierungstod gerettet und mich freundlich und offen in ihr Heim eingeladen. Ich bin froh so nette Menschen zu kennen.

Ich habe gut geschlafen und bin dann heute morgen mit Olaf im Auto zur Arbeit gefahren....durch SCHNEE! Jaaaa, es ist so kalt, dass es angefangen hat zu schneien! Und ich sollte die Heizung ausmachen. Haha.

Auf der Arbeit wurde mir von der lediglich chinesisch sprechenden „Verantwortlichen“ für die Zimmer der Schlüssel abgenommen. Ein als Übersetzer fungierender Arbeitskollege aus der Personalabteilung hat mir mitgeteilt, dass jetzt jemand versucht rauszufinden woran das Ganze liegt (à ich erinnere an meinen Steckdosen-Brand vor einiger Zeit!) und es angeblich repariert. Wird sicherlich sehr professionell sein und nicht gefuscht, so wie alles hier in China.

Ich bin gespannt und schaue mal wie der Tag weitergeht...Fortsetzung folgt....

Montag, 18.02.2013

From Hong Kong with Love

Mittlerweile bin ich zurück aus Hong Kong und möchte nicht vorenthalten, welch eine großartige Zeit ich in dieser wunderbaren Stadt hatte.

Bevor ich aber mit dem detaillierten Bericht beginne folgt noch ein kleiner Ausschnitt aus Wikipedia:

„Hong Kong (englisch ‚Duftender Hafen‘) ist eine Metropole und Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China. Der Stadtteil Central im Norden der Insel Hongkong ist das Finanz- und Geschäftszentrum der Stadt. Der bevölkerungsreichste Stadtteil und kultureller Mittelpunkt ist die Halbinsel Kowloon südlich der New Territories. Das an der Mündung des Perlflusses auf einer Halbinsel und 262 Inseln gelegene Territorium war bis 30. Juni 1997 eine britische Kronkolonie und wurde vertragsgemäß am 1. Juli 1997 an China zurückgegeben.“

Der Freitag begann für mich schon sehr früh, da mein Flieger bereits um 10 Uhr morgens ging (Check-in 2 Stunden vorher) und ich knapp 2 Stunden Fahrt zum Flughafen einrechnen musste.

Also hatte mir meine Arbeitskollegin Chenjun ein Taxi für 6 Uhr zu meinem Wohngebiet bestellt. Dieses sollte mich bei Ankunft auf dem Handy anrufen, was ich aber als leicht kompliziert empfand, da ich ja kein Chinesisch spreche. Also bin ich bereits um 5 vor 6Uhr mit meiner 12 kg Reisetasche zum Eingang marschiert und habe draußen bei -1 Grad unter Beobachtung von 4 im Pförtnerhäuschen stehenden Männern gewartet.

Als das Taxi um 6.15 Uhr noch immer nicht da war überkam mich leichte Panik, da ich ja geplant hatte mit dem Taxi zum nationalen Flughafen zu fahren und dort den Shuttle Bus zum Internationalen Flughafen zu nehmen.

Also bin ich ins Pförtnerhäuschen und habe versucht die Herren zu bitten mir ein Taxi zu rufen. Aus Ermangelung an Chinesisch habe ich mit wilden Gesten ein Telefon symbolisiert und das Wort Taxi gesagt. Zusätzlich noch einen Menschen beim Autofahren imitiert (mit Brumm Brumm Geräuschen). Die Herren verstanden aber wohl kein Wort (weil Taxi ja nicht ungefähr das internationalste Wort der Welt ist, das jedes Baby kennt) und fingen an mich auf Chinesisch vollzuquatschen.

Da stieg in mir die Wut über die nicht vorhandene Bereitschaft mir zu helfen auf und ich bin gegangen. Mal ganz ehrlich, was kann ein Mensch, der 15 Minuten mit Reisetasche an der Strasse gewartet hat und dann mit Telefon und Autogesten versucht zu kommunizieren wohl meinen? Ich denke sogar ein Blinder ohne Ohren hätte das verstanden.

Ich bin dann also mit der Reisetasche zur Hauptstrasse marschiert und habe mir nach einigen Minuten ein leeres Taxi abfangen können. Aaaaaber hier in Shanghai darf ja nicht jedes Taxi überall hin, weshalb der gute Fahrer nach dem Lesen meiner Zieladresse (auf Chinesisch, denn anders kommt man hier nicht an) erst einmal telefonieren musste. Also wartete ich weitere 5 Minuten in der Kälte. Er durfte dann aber wohl zum nationalen Flughafen und hat mich entnervte Ausländerin dann auch ohne weitere Probleme zum Ziel gefahren. Der Umstieg in den Shuttle Bus war dann auch recht unkompliziert, ebenso wie das einchecken, die Sicherheitskontrolle (sehr lax) und der Einstieg ins Flugzeug am Internationalen Flughafen.

Ich saß in einer 3er Reihe mit einem älteren chinesischem Ehepaar, welches (mit dem Rest der Familie in der Reihe hinter uns) den gesamten Flug lang lauthals geredet und Essen ausgetauscht hat (2 1/2 Stunden Flug plus 30 min Verspätung). Wie sich herausstellte gab es auf dem Flug weder einen Snack noch ein Getränk for free, weshalb sich alle Chinesen Verpflegung für 3 Tage mitgebracht haben und diese auch innerhalb der 3 Stunden Flug verspeist haben. Naja, sagen wir eher gefressen....denn anders kann man das nicht nennen. Geschmatze und Gegrunze im ganzen Flieger...von den Gerüchen einiger chinesischer Speisen will ich gar nicht erst sprechen.

Im Flieger bekamen ich dann ein Zettelchen für die Immigration, wo ich eine Adresse in Hong Kong eingeben musste. Tjaaaaa...leider hatten Anja und ich vergessen diese auszutauschen. Also habe ich nach der Landung eine halbe Stunde lang versucht Anja telefonisch zu erreichen und per Internet nach einem Hinweis auf ihre Adresse in ihrem Blog gesucht (jaaa, auch Anja hat einen Blog).

Leider habe ich nichts gefunden, weshalb ich am Ende vollkommen entnervt und verschwitzt vom Rumlaufen einfach irgendeine Strasse eingetragen habe. Wie sich rausstellte hat das an der Immigration Station eh keinen interessiert.

Dann habe ich Geld gewechselt, mir schnell ein Bahnticket für den Airport Express Zug gekauf (welcher in 24 Minuten vom Flughafen nach Hong Kong Central fährt) und mich in ebenjenen Zug gesetzt. An der Enstation wartete dann Anja mit frisch gepresstem Orangensaft auf mich und musste aufgrund meines wohl arg zerzausten und erschöpften Anblicks (ich war zu diesem Zeitpunkt bereits 9 Stunden wach) lachen. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu ihrem Zimmerchen auf Hong Kong Island.
Die Verniedlichung des Wortes Zimmer ist in diesem Falle ernst zu nehmen, da das Zimmerchen wirklich nur ein Zimmerchen war. Insgesamt 8m2 inklusive Bad (welches lediglich durch eine Glasscheibe vom Rest des Raumes getrennt war). Wir überlegten uns dann auch ganz fachmännisch, wie wir die Hürde „Privatsphäre Bad“ nehmen wollen und entschieden uns für die Variante „Die-andere-wartet-auf-dem-Flur“.

Nach dem Einsortieren meines Reisegepäcks machten wir uns auch gleich auf den Weg zur Uni von Anja, wo diese eine Vorlesung hatte und ich die Wartezeit zum Verschnaufen nutze. Nach einem Abendessen wollten wir dann die berühmte Lichtershow „A Symphony of Lights“ am Hafen von Hong Kong anschauen, verpassten diese aber um wenige Minuten. Stattdessen haben wir beim Foto machen den Russen Mikhail kennengelernt und sind mit diesem noch zum Nightmarket (ein Fake Markt) gegangen und haben uns von all dem angebotenen Ramsch nicht allzu sehr ablenken lassen. Lediglich Anja hat eine Tasche in Form eines Teddykopfs gekauft und ihn Paulie genannt. Beruflich konnten wir leider nicht viel aus Mikhail herausbekommen, was uns zu der Vermutung führte, dass er evtl. bei der Russischen Mafia arbeitet. Verneint hat er meine Frage danach zumindest nicht....

Nach einem amüsanten Abschluss des Abends bei McDonald (inklusive Einladung nach St. Petersburg) haben wir uns dann von Mikhail verabschiedet und sind in unser Zimmerchen gegangen und fast sofort eingeschlafen.

Skyline

Nachdem wir am Samstag mit Halsschmerzen aufgewacht sind (es war doch weitaus kühler in Hong Kong als erwartet) und wir uns im fliegenden Badwechsel fertig gemacht haben, gab es ein leckeres Frühstück mit Baguette und Obst.

Zusammen mit Sanna, einer finnischen Austauschstudentin und Kommilitonin von Anja haben wir uns dann mit dem Mini Bus auf den halsbrecherischen Weg nach Stanley gemacht. Hier haben uns 2 chinesische Freundinnen von Anja und Sanna herumgeführt. Stanley ist sehr nett, mit eigenem Strand und sehr mediterraner Optik. Es waren auch sehr viele Westler unterwegs.

Es gab sogar sehr leckeres italienisches Eis, von dem ich für stolze 4Eur 1 Kugel Himbeer Sorbet verspeist habe.

Nach einem Essen im Restaurant mit Shanghaier Küche (Haha) haben wir uns von den Chinesinnen verabschiedet und den beiden ein schönes Neujahr gewünscht. Sie sollten den Abend traditionell im Kreise der Familie verbringen und sich gegenseitig Geldgeschenke machen und ganz viel essen.

Wir sind dann noch zum Neujahrsmarkt gefahren, welcher auf einem riesigem Platz lag auf dem mindestens 1 Millionen Chinesen bunten und kitschigen Ramsch fürs Neujahr kauften. Es war unglaublich, man wurde nur so von dem Massen mitgezogen und konnte sich im verbeigeschoen werden sämtliches Gedöns mit Schlangenmotiv anschauen. Wäre hier eine Panik ausgebrochen, hätte das Ganze mehr als böse Folgen gehabt...Fluchtwege gab es nämlich keine. Und insbesondere nach der Love Parade Tragödie muss ich doch zugeben, dass ich diesbezüglich aufmerksamer geworden bin.

Aber es ist nichts passiert und wir haben uns mit einem leichten Überfluss an Eindrücken in eine der Trams von Hong Kong gesetzt und haben uns dann doch noch die Sympohny of Lights angeschaut. Sie ist allerdings weitaus weniger spektakulär als erwartet. Danach sind wir gemütlich mit der U-Bahn zu Anjas Haltestelle getuckert. Weniger gemütlich ging es dann die 200 Stufen sowie einen kleinen Berg hoch zu Anjas Wohnhaus und wir haben den Abend laut lachend vor der neuen Werbekampagne von H&M mit David Beckham ausklingen lassen. Totmüde und ausgelaugt sind wir dann schliesslich eingeschlafen.

Halbherzige begeisterung auf dem Neujahrsmarkt

Mit noch mehr Halsschmerzen sind wir dann am Sonntag zum Wunschbaum von Hong Kong aufgebrochen. Hier wird bei einem traditionell chinesischem Festival ein Baum mit lauter Orangen beworfen, wobei an jeder Orange ein Zettel mit Wünschen hängt. Bleibt die Orange am Baum, gehen die Wünsche in Erfüllung. Auch wir haben unser Glück versucht und nach mehreren Anläufen die Orangen auf den Baum katapultiert. Hoffen wir mal es klappt....

Amüsant sind übrigens die Wunschkarten an den Orangen. Neben einer freien Seite, auf der man selber kreativ werden kann, gibt es noch eine Seite zum Ankreuzen. Die Auswahl an Wünschen reicht hierbei von Reichtum über Liebe bis zur Geburt eines Jungen.

Abends haben wir uns dann noch die berühmte Neujahrsparade angeschaut, welche wirklich grossartig war. Ein großer bunter Karnelval mit Partymusik, kleinen Geschenken, fantasievollen Kostümen und begeisterungsfähigen Chinesen.

Jahr des Pferdes 2 Schlangen Parade

Der Montag war für weiteres Sightseeing reserviert, weshalb wir uns auf den Weg zum Temple of 10000 Buddhas machten. Leider landeten wir zuerst in einem chinesischen Urnenfriedhof inklusive gerade aktivem Verbrennungsofen. Nach diesem unfreiwilligen und leicht makaberen Ausflug haben wir uns von einem Friedhofswächter die Richtung zum Tempel zeigen lassen und sind allein beim sehr mühsamen Aufstieg bei ca. 20 Grad an 1000 Buddhas vorbeigekommen.

An der Haupthalle des Tempels angekommen (in der ca. 5000 Buddhas standen) hatten wir einen tollen Ausblick auf das uns umgebende Hong Kong und entschieden uns aufgrund akuter Atemnot vom bisherigen Aufstieg gegen den weiteren Weg nach oben entlang der anderen 4000 Buddhas.

Stattdessen wollten wir den Sonnenuntergang am Victoria Peak, einem Aussichtspunkt hoch über Hong Kong, anschauen. Nach einer fast einstündigen Fahrt mit dem Taxi zum Victoria Peak (für knapp 8 Eur), war es leider mehr als bewölkt, weshalb der Sonnenuntergang kaum erwähnenswert war. Um das Neujahrsfeuerwerk anzuschauen sind wir deshalb nach Wang Chai gefahren, welches all die grossen Wolkenkratzer beherbergt, die abends bei der Symphony of Lights angestrahlt werden. Das Feuerwerk war bombastisch und farbenfroh und gänsehautmässig. Ich habe noch nie so ein tolles Feuerwerk gesehen und möchte mich an dieser Stelle bei meinen Eltern bedanken, die mir die Möglichkeit gegeben haben am chinesischen Neujahr in Hong Kong zu sein. Vielen Dank für dieses tolle Weihnachtsgeschenk.

Hungrig von all dem Staunen haben wir uns an der längsten Rolltreppenstrecke der Welt in einen Subway gesetzt und wurden beim Essen unseres Baguettes von den vorbeifahrenden Rolltreppennutzern bestaunt. Generell muss ich sagen, dass man zwar in Hong Kong auch angeschaut wird, dabei aber weniger begafft wird wie ein Alien und meist auch sehr nett angelächelt wird. Dies liegt wohl daran, dass Hong Kong generell internationaler ist und man hier viel mehr Westlern begegnet als in Shanghai. Auch spricht hier fast jeder englisch...sogar die Taxifahrer verstehen das meiste. Ich bin von daher sehr begeistert.

Aber zurück zur Rolltreppe....wie wir dann so da saßen und aßen, fanden wir es ein bisschen doof diejenigen zu sein, die angeschaut werden, weshalb wir dazu übergegangen sind, jedem der die Rolltreppe runtergefahren kam eine „Note“ von 1-10 zu geben. Jaja, das ist sehr sehr oberflächlich und wir wissen das auch, aber wir hatten zumindest für eine halbe Stunde einen Heidenspass. Außerdem sollte dies nur eine kleine Hommage an die 6 Wochen sein, in denen wir angestarrt wurden. Ich muss aber auch sagen, dass wirklich einige sehr gut aussehende Menschen in Hong Kong auf Rolltreppen unterwegs sind.

Friedhof Am Temple of 10000 Buddhas Ausblick vom Victoria Peak

Der Dienstag war eigentlich für Disneyland reserviert, allerdings ging es insbesondere Anja am Dienstagmorgen sehr schlecht. Die sich ankündigende Erkältung war bei ihr über Nacht komplett durchgebrochen, weshalb wir uns erst einmal auf den Weg zu einer Apotheke machten und uns entschieden einen ruhigeren Tag einzulegen. Deshalb sind wir ein bisschen durch die ifc Mall gebummelt, wo ich dem Apple Store einen Besuch abgestattet habe und mir ein iPad gekauft habe. Danach haben wir uns über die Kleidung in chinesischen Geschäften geärgert, da diese aufgrund unserer Körpergröße grundsätzlich anprobiert werden muss (und dann fast immer zu kurz ist). Leider bieten viele Geschäfte nur die „Erst-kaufen-dann-anprobieren“ Variante an. Und das ist leicht umständlich, weil wir dann ja auch fast immer alles wieder umtauschen müssten.

Beim Gang über den Ladies Market (ein weiterer Fake Markt) haben wir uns mal wieder überraschen lassen, was die Chinesen alles fälschen. Es ist schon irgendwie traurig. Aber naja, es wird ja niemand gezwungen etwas zu kaufen und schauen kostet nichts.

Abends habe ich mich dann mit meinem iPad angefreundet und zusammen mit Anja einen Film geschaut. Um für den nächsten Tag genug Kraft für Disneyland zu haben, ging es dann relativ früh um 2 Uhr nachts ins Bett.

 

Trotz kurzer Nacht waren wir dann am Mittwoch soweit fitt fürs Disneyland und haben uns glücklich auf den Weg gemacht. Um zum Disneyland zu kommen, muss man aus der regulären U-Bahn umsteigen in die Disneyland Line. Die Bahnen auf dieser Strecke haben Fenster und Handgriffe in Form von Mickey Mouse Köpfen und Vitrinen mit Figuren aus den Disneyfilmen. An der Endstation angekommen, geht man eine Allee entlang und umrundet begleitet von Disneymusik einen gro ß en Brunnen. Dann wird bezahlt und man darf den kleinsten Disneypark der Welt betreten.

Wie alles in China ist auch hier das Hauptaugenmerk auf Konsum gelegt, weshalb es weitaus mehr Shops als Fahrgeräte gab. Glitzerohren, Prinzessinnenkleider, Kronen, Toy Story Monster etc. Es gab nichts, was es nicht gab und an jeder Ecke leuchteten Kinderaugen auf (an der Kasse dann die der Parkbesitzer bzw. der Disney Company). Auch wir haben uns natürlich etwas gekauft und sind gekleidet in schwarze Minnie Ohren mit roter Glitzerschleife durch den Park stolziert (die Prinzessinnenkleider gabs nicht in unserer Größe).

So waren wir 2 Ausländerinnen mit den Ohren auch ein beliebtes Fotoobjekt und wurden mehr als oft auf Fotos gebeten. Dabei wurden uns Kinder in die Arme gedrückt oder wir in den Arm genommen...wir haben Mickey und Co. starke Konkurrenz gemacht. Aber natürlich wollten wir den echten Disneycharakteren nicht den Job stehlen und haben uns auch mit ihnen ablichten lassen. Insbesondere Goofy wollte uns nicht mehr gehen lassen und hat Anja verdächtig lange im Arm gehalten. 

Nach dem Tag in Disneyland wollten wir eigentlich feiern gehen und die Vorzüge der Ladies Night genießen, allerdings waren wir so unendlich erschöpft, dass wir nur ins Bett gefallen sind und 11 Stunden durchgeschlafen haben.

Ohne Frühstück und mit Angst vor Seekrankheit sind wir dann am Donnerstag mit der Fähre nach Lantau Island gefahren um den größten sitzenden Buddha der Welt zu besuchen. Ohne Seekrankheit verließen wir die Fähre, nur um bei der über einstündigen Busfahrt über Holperstraßen den Bus seekrank zu verlassen. An der frischen Luft wurde es dann aber schnell besser und der Aufstieg zum Buddha und zum Kloster gelang zwar atemlos aber ansonsten problemlos.

Laut Reiseführer gehört zu einer gelungenen Lantau Besichtigung auch noch ein Besuch des Fischerdörfchens Tai O. Hier sollte das ursprüngliche Leben chinesischer Fischer erhalten geblieben sein und die Besucher verzaubern. Ich weiss nicht, in welchem Fischerdorf der Autor des Reiseführers war, aber bestimmt nicht in Tai O. Also, ok, die alten Fischerhütten waren erhalten und offenbar lebten da auch noch Menschen, aber ansonsten war das Dorf von Touristen überlaufen und an jeder Ecke wurden Bootstouren zu den Delphinen angeboten. Es enstand also ein ganz makaberer Gegensatz, welcher zusammen mit dem Geruch des an jeder Ecke liegenden Fisches zu einer sehr negativen Stimmung führte.

Für die Rückfahrt entschieden wir uns dann für die U-Bahn statt der Fähre, allerdings mussten wir auch bis zur nächsten U-Bahnstation erst wieder Busfahren.  Während unsere chinesische Freundin Phoebe schlief, wurde Anja und mir so kotzübel, dass Anja sich nach vorne zum Fahrer setzen musste und ich nach Halt des Busses an der Endstation erst einmal am Straßenrand sitzen bleiben musste und dachte ich müsste mich entweder übergeben oder sterben. Beides ist letztenendes nicht eingetreten, aber ich hab lange gebraucht, bis ich die Bahn betreten konnte.

Nach einem Abendessen mit mega leckerem Mango Pomelo Fizz entschieden wir uns zur Ladies Night an diesem Abend zu gehen (immerhin war ja Valentinstag) und verabredeten uns mit Phoebe und einem Freund von ihr in der Hong Konger Bar/Clubstraße. Zum Glück befand sich diese in Laufnähe zu Anjas Zimmer, sodass wir genug Zeit hatten uns Partytauglich aussehen zu lassen. Schließlich mussten wir beide eine Menge Aufwand in das Verstecken unserer Augenringe stecken...

Der Abend war dann noch sehr witzig und vorallem ganz umsonst. Zuerst haben wir von den Freigetränken der Ladies Night profitiert und dann von der Einladung 18jähriger chinesischer Schuljungen in den VIP Bereich eines Clubs :D

Generell wird man hier als westliche Frau alle 5 Minuten angesprochen und vor allem angeschaut und bestaunt. Tanzangebote gibt es en mass und ein paar übereifrige Hände leider auch.

The Big Buddha Räucherstäbchen Räucherstäbchen

Nach kurzer Nacht mussten wir dann Anjas Zimmer leeren und in Koffer und Tüten verstauen, da sie noch am Freitag ausziehen und zu einer wenige Straßen entfernten indischen Familie zur Untermiete einziehen sollte.

Es war erstaunlich, was alles in 8m2 passt und wie oft man gehen muss, um alles zur Strasse zu bringen. Mit Taxi ging es dann zur neuen Bleibe und mit Hilfe eines neuen Nachbarn mitsamt des Gepäcks in die 5. Etage.

Auf dem Weg zu einem Mittagessen vor meiner Abreise zum Flughafen wurden uns noch glatt ein Studentenjob in einer Kunstgallerie angeboten und ein Jobinterview durchgeführt. Schade, dass ich wieder zurück nach Shagnhai musste...

Der Abschied fiel mir aufgrund der ereignisreichen und mega tollen Woche mit Anja in Hong Kong sowieso sehr schwer, allerdings weiss ich, dass ich wiederkommen werde. Ich kann auch nur jedem empfehlen mal nach Hong Kong zu kommen. Am besten mit viel Geld im Portemonnaie....denn Shoppen kann man hier ganz wunderbar.

 

Der Flug nach Shanghai war recht wackelig aber ansonsten ereignislos. Ich habe mein iPad ausprobiert und einen Film geschaut und bin dann mit dem Taxi 1 1/2 Stunden zu meiner Unterkunft gefahren. Diese erreichte ich auch gegen halb 12Uhr nachts und kann von Glück sprechen, dass der Taxifahrer den Weg kannte - denn Englisch als Weltsprache verlor mit Landung in Shanghai nahezu seine komplette Wirkung.

Donnerstag, 07.02.2013

Schneetreiben

Habe ich gestern noch hämisch über den Neuschnee im Ruhrgebiet gelacht, muss ich nun doch noch einen kleinen Beitrag einschieben....

ES SCHNEIT! HIER! IN SHANGHAI!

Ich dachte mich tritt ein Pferd, als ich heute aus dem Bürofenster schaute und lauter kleine weiße Flocken durch die chinesische Luft wirbelten.

Aber morgen früh flieg ich ja in die Wärme, da kann einem das bisschen Schnee auch "kaum" die Laune verderben, insbesondere, wenn man zum Abendessen nochmal 15 Minuten durch den Flockenregen marschieren muss :D

Donnerstag, 07.02.2013

Infoveranstaltung zum Chinesischen Neujahr

Da Neujahr naht, möchte ich diesen Eintrag gerne genau diesem Thema witmen. Schliesslich sollen auch meine Leser wissen, wovon ich hier eigentlich ständig spreche.

Im alten China war man von der Vorstellung geprägt, dass sich alles im steten Wandel befindet. Der Mensch steht zwischen Himmel und Erde - und vor der Herausforderung, die beiden Welten miteinander in Einklang zu bringen. Dabei kann ihm die Astrologie helfen, denn wie die westlichen Tierkreiszeichen zeigen auch die chinesischen die Zeitqualität an und weisen den Weg zur Harmonie mit dem kosmischen Rhythmus. Anders als bei uns beeinflusst ein chinesisches Tierkreiszeichen jeweils ein ganzes Jahr. Ausserdem beginnt ein chinesisches Jahr eben nicht wie bei uns am 1. Januar, sondern zwischen dem 21. Januar und dem 21. Februar (je nach Mondzyklus).

Das am 9./10. Februar beginnende chinesische Jahr ist das Jahr der „Schlange“, mein Geburtsjahr. Also gehe ich mal davon aus, dass das kommende Jahr gut für mich wird.... Ich fand ja bereits den Anfang des gregorianisch gestarteten Jahres 2013 sehr gut und bin gespannt, was jetzt noch folgt.

Die Bedeutung der 12 Tierkreiszeichen sowie die jeweiligen Jahreszahlen finden sich im nachfolgenden Teil. Vielleicht findet ja der ein oder andere Leser sein Tierkreiszeichen und damit etwas Neues über sich und das kommende Jahr heraus....

(Hier noch ein Link zum Errechnen des Tierkreiszeichens: http://www.chinalink.de/kultur/horoskop/)

Ratte

Leute die im Jahr der Ratte geboren sind, gelten als schlau und intelligent. Sie besitzen viel Selbstbewusstsein und gehen optimistisch durch das Leben. Sie arbeiten hart für das erreichen ihrer Ziele und gelten als Perfektionisten. In Geldsachen sind sie eher vorsichtig, wenn nicht sogar geizig und verleihen sehr selten Geld. Sie passen vor allem zu Menschen, die im Jahr des Drachen, des Affen oder des Ochsen geboren sind.

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange: Fülle und glückliches Gelingen

Ein Grund zur Freude: Das Jahr der Ratte ist das Jahr der günstigen Gelegenheiten und der Fülle! Es geht voran - im Kleinen wie im Großen. Dieses Jahr verspricht glückliches Gelingen und gute Aussichten vor allem im materiellen Bereich. Aber es lohnt sich, Reichtümer nicht nur anzuhäufen und zu genießen, sondern schon jetzt für die mageren Jahre vorzusorgen und klug zu investieren - denn die kommen bestimmt. Bei Streitereien wird es eher um Kleinigkeiten gehen. Insgesamt können wir uns jetzt auf eine angenehme Zeit einstellen, die mehr Vergnügen als Sorgen birgt.

1900, 1912, 1924, 1936, 1948, 1960, 1972, 1984, 1996, 2008

Büffel

Menschen, die im Jahr des Büffels geboren sind, sind fleißig und geduldig und schweigen lieber als dass sie ein Wort zu viel verlieren. Sie sind konsequent in ihren Handlungen und man kann sich als Freund auf sie verlassen. Allerdings sind sie sehr leicht erregbar und neigen dazu, eigensinnig und hartnäckig zu sein. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr der Schlange, der Ratte oder des Hahns geboren sind.

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Kein Jahr zum Faulenzen

Jetzt sind Verantwortungsgefühl, Pflichtbewusstsein und Disziplin gefragt. Eine gute Zeit, um Ordnung in marode Systeme oder in die eigenen Angelegenheiten zu bringen. Es gibt viel zu tun, also packen wir's an - jammern hilft nicht, auch wenn uns der Sinn danach steht. Nur mit Geduld und Gewissenhaftigkeit lässt sich der Karren aus dem Dreck ziehen; Abkürzungen, Verweigerung und Trotz bringen nichts. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: All die Plackerei lohnt sich, die Arbeit wird nicht umsonst sein, sondern sich am Ende auszahlen! 1901, 1913, 1925, 1937, 1949, 1961, 1973, 1985, 1997, 2009

Tiger

Tiger sind sensible, emotionale und nachdenkliche Menschen. Allerdings neigen sie auch zu Ungeduld. Andere Menschen bringen ihnen viel Respekt entgegen, allerdings geraten sie manchmal in Autoritätskonflikte mit älteren Leuten. Sie schieben wichtige Entscheidungen manchmal zu lange hinaus, was dazu führt, dass sie dann oft vorschnelle und hastige Entscheidungen treffen. Sie haben jedoch auch Mut zum Risiko und sind sehr erfolgsorientiert. Tiger sind misstrauisch stehen aber auch für Mut und Tapferkeit. Sie sind die geborenen Anführer. Sie passen am besten zu Pferden, Drachen und Hunden.

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Zeit für Veränderungen

Das Tigerjahr gilt als unberechenbares Jahr mit extremen Höhen und Tiefen. Jetzt hilft Sinn für Humor, denn es geht drunter und drüber: Meinungsverschiedenheiten, Streitigkeiten, Gewinne und Verluste, unüberlegte und vorschnelle Entscheidungen können uns nun das Leben schwer machen. Andererseits kann jetzt vieles wieder in Bewegung kommen, das lange auf Eis lag, das aussichtslos erschien oder mit dem man nicht weiterkam. Neue große Ideen und bedeutende Veränderungen können jetzt umgesetzt werden. Manchmal bringen extreme Zeiten wie diese auch unsere besten Seiten hervor!1902, 1914, 1926, 1938, 1950, 1962, 1974, 1986, 1998, 2010

 Hase

Menschen, die im Jahr des Hasen geboren sind, sind talentiert und ehrgeizig. Sie sind überall beliebt und gute Gesellschafter, weswegen sie oft im Mittelpunkt stehen. Obwohl sie beliebt sind, sind sie eher pessimistisch, unsicher und scheuen vor Veränderungen zurück. Sie verlieren selten die Geduld und sind sehr gutmütig. Im Geschäftsleben sind sie jedoch clever und treffen oft aus dem Bauch heraus die richtigen Entscheidungen. Trotzdem sind sie keine Spielernaturen. Hasen sind für ihren Sinn für Kunst bekannt und haben deshalb meistens ein schönes Zuhause. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr der Ziege, des Schweins oder des Hundes geboren sind

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Durchatmen und genießen

Nach dem turbulenten Tigerjahr erwarten uns nun ruhigere Zeiten, die von Entspannung, Genuss und Wohlbefinden geprägt sind. Durch zu viel Gelassenheit sollten wir uns allerdings nicht in Versuchung führen lassen, Unangenehmes auf die lange Bank zu schieben. Dort wird es bestimmt nicht ansehnlicher. Aber auch wenn Genusssucht und Trägheit die Fallen des Jahres sind, so dürfen wir uns durchaus endlich mal wieder ein bisschen Luxus gönnen - Geldverdienen läuft nämlich im Jahr des Hasen einfach besser. Ein tolles Jahr voller Glück und ohne Stress! 1903, 1915, 1927, 1939, 1951, 1963, 1975, 1987, 1999, 2011

Drache

Der Drache war das Symbol des chinesischen Kaiserhauses. Der Kaiser saß auf dem "Drachentthron" und durch sein vorbildhaftes Leben sollte der ganze Erdkreis nach dem konfuzianischem Idealbild positiv beeinflusst werden. Menschen, die im Jahr des Drachen geboren sind, sind gesund, energiegeladen, langlebig, leicht erregbar, ungeduldig und hartnäckig.

Auf der anderen Seite sind sie zuverlässig, ehrlich, mutig und strahlen Selbstvertrauen aus. Sie streben nach Harmonie und Rechtschaffenheit. Sie sind Perfektionisten und verlangen dies auch von anderen. Sie sind bemüht, immer ihre positiven Eigenschaften zu zeigen, übertreiben aber auch manchmal dabei, ein Vorbild für andere zu sein. Im Leben haben Drachen einen festen Willen und sind erfolgreich, egal was sie auch anpacken. Drachen sind im chinesischen Tierkreiszeichen die exzentrischsten Persönlichkeiten. Sie passen besonders gut zu Menschen, die im Jahr der Ratte, des Hahns, der Schlange oder des Affen geboren sind.
Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Glück und Wohlstand

Nicht kleckern, klotzen ist jetzt die Devise! Im Jahr des Drachen ist alles eine Nummer größer: Geschäfte gehen leichter von der Hand und kühne Pläne und Konzepte lassen sich jetzt besser umsetzen. Ein gutes Jahr für Geschäftsgründungen und Eheschließungen! Aber Achtung: Manche Dinge sehen möglicherweise besser aus, als sie sind. Da im Jahr des Drachen alles überdimensional ist, fallen nicht nur unsere Erfolge, sondern auch unsere Irrtümer größer aus. Also sollte man schon genau prüfen, worauf man sich einlässt. Grundsätzlich steht dieses Jahr jedoch für Glück und Wohlstand!1904, 1916, 1928, 1940, 1952, 1964, 1976, 1988, 2000, 2012

Schlange

Menschen, die im Jahr der Schlange geboren sind, gelten als tiefsinnig und weise. Probleme werden mit dem Verstand und der Logik und selten aus dem Bauch heraus gelöst. Sie haben in Geldsachen ein glückliches Händchen, sind aber auch sehr geizig und verleihen selten Geld. Sie neigen ein wenig zu Egoismus. Dabei empfinden sie immer Sympathie und Mitgefühl für andere und helfen Menschen, die weniger erfolgreich sind. Anderen Menschen bringen sie jedoch wenig Vertrauen entgegen und übernehmen viele Aufgaben selbst, im Bewusstsein, dass sie dann richtig gelöst werden. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr des Ochsen oder des Hahns geboren sind. (Anmerkung der Autorin: Hach, sind wir nicht tolle Wesen...)

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Überraschungen in der Liebe

Unter der glatten, schönen Haut der Schlange verbirgt sich ein mysteriöses und unberechenbares Wesen. Auch das Jahr der Schlange ist voller Überraschungen - besonders in Sachen Liebe und Erotik! Aber nicht alle sind angenehm - Skandale liegen in der Luft... Es lohnt sich, gut zu planen und entschlossen zu handeln, denn gründlich durchdachte Geschäfte sind jetzt lukrativ. Dennoch wird es kein friedliches Jahr. So mancher Fehler, der im Jahr des Drachen begangen wurde, muss nun noch ausgebadet werden. Doch die Schlange schenkt auch Weisheit und Selbstvertrauen, und nach anfänglichen Schwierigkeiten können Lösungen und Kompromisse gefunden werden.1905, 1917, 1929, 1941, 1953, 1965, 1977, 1989, 2001, 2013

Pferd

Menschen, die im Jahr des Pferdes geboren sind, sind im Allgemeinen sehr beliebt. Sie strahlen immer gute Laune aus, können gut mit Geld umgehen und planen ihr Leben langfristig. Sie besitzen Weisheit und viel künstlerisches Talent. Obwohl sie eine enorme Anziehungskraft auf Frauen besitzen, sind sie schwach im Umgang mit dem anderen Geschlecht. Sie neigen zu Ungeduld und Heißblütigkeit bei allem, was ihren normalen Tagesablauf unterbricht. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr des Tigers, des Hundes oder der Ziege geboren sind.

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Viel Bewegungsfreiheit

Ein Jahr voller Abenteuer und Aufregung - es geht voran! Das Leben scheint sich zu beschleunigen, alles ist in Bewegung. Wer jetzt neue Wege einschlagen will, liegt goldrichtig. Trotzdem ist es wichtig, sich nicht zu überanstrengen, denn das Jahr des Pferdes schenkt nicht nur Selbstvertrauen, gute Laune und Sorglosigkeit, sondern auch Stress und Hektik im Alltag. Eine gute Zeit, mal fünfe gerade sein zu lassen und all die verrückten Dinge zu tun, von denen man schon lange geträumt hat. Finanziell sind es stabile Zeiten, Projekte lassen sich zügig verwirklichen. Also nichts wie los: Folgen Sie Ihren Eingebungen, seien Sie unerschrocken und mutig!1906, 1918, 1930, 1942, 1954, 1966, 1978, 1990, 2002, 2014

Schaf

Menschen, die im Jahr des Schafes geboren sind, zeichnen sich durch Freundlichkeit und Gutmütigkeit aus. Sie besitzen künstlerisches Talent und Eleganz. Allerdings sind sie oft nachdenklich, schüchtern und pessimistisch. Sie sind zwar oft nicht redegewandt, vertreten ihren Standpunkt jedoch mit Nachdruck und Leidenschaft. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr des Hasen, des Schweins oder Pferdes geboren sind

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Entspannung pur

Die heitere und gelassene Art der Ziege färbt auch auf die Stimmung des Jahres ab: Das Tempo wird gebremst und wir dürfen Innenschau halten. Es ist eine gute Zeit, um mit sich selbst und anderen Frieden zu schließen, alles etwas ruhiger anzugehen und sich wieder mehr seinen Lieben und der Familie zu widmen. Kreativität wird in diesem Jahr großgeschrieben, der Fokus richtet sich verstärkt auf die schönen Dinge des Lebens. Aber Vorsicht: In diesem Jahr neigen wir dazu, etwas launischer zu reagieren, denn die Ziege macht sehr stimmungsabhängig und empfindlich, wenn mal nicht alles nach Plan geht. Auch mit den Finanzen sollten wir gut haushalten!

1907, 1919, 1931, 1943, 1955, 1967, 1979, 1991, 2003, 2015

 Affe

Menschen, die im Jahr des Affen geboren sind, gelten als intelligent, schlau und flexibel. Sie sind sehr erfinderisch und können so die meisten Probleme mit Leichtigkeit lösen. Affen besitzen einen gesunden Menschenverstand und sind sehr wissbegierig. Sie schieben bevorstehende Aufgaben nicht auf die lange Bank, sondern packen sie wenn möglich sofort an und sind auch deshalb meist sehr erfolgreiche Menschen. Allerdings führt dies auch dazu, dass sie oft auf andere Menschen hinabschauen und zu Überheblichkeit neigen. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr des Affen oder der Ratte geboren sind.

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Auf zu neuen Ufern

Zeit für Fortschritt! Mit neuen und unkonventionellen Methoden schlagen wir in diesem Jahr dem Schicksal ein Schnippchen. Im Jahr des Affen sind wir gewiefter und raffinierter als sonst, und der Erfolg wird uns Recht geben. Selbst wirtschaftliche Flauten werden jetzt dank neuem Optimismus und pfiffigen Ideen gestoppt! Mit viel Einfallsreichtum und Humor improvisieren und tricksen wir, was das Zeug hält. Konfrontationen sind trotzdem kein Thema, denn die Stimmung ist gut. Wir nehmen's sportlich, denn wir merken: Jeder kommt mal zum Zug. Ein aufregendes und amüsantes Jahr!

1908, 1920, 1932, 1944, 1956, 1968, 1980, 1992, 2004, 2016 

Hahn

Menschen, die im Jahr des Hahns geboren sind, sind nachdenkliche und sehr fähige Menschen. Sie neigen dazu, zu viele Aufgaben gleichzeitig übernehmen zu wollen und sind deshalb oft gestresst und enttäuscht, wenn sie bei einer Aufgabe scheitern. Sie sind oft exzentrisch und haben Schwierigkeiten, mit anderen Menschen auszukommen, da sie oft zu viel Aggressivität an den Tag legen. Sie sind oft Einzelgänger und obwohl Sie häufig den Ruf eines Abenteurers genießen, sind sie eher ängstlich. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr des Ochsen, der Schlange oder des Drachen geboren sind.

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Eitel Sonnenschein

Im Jahr des Hahns sollten wir nicht durch die Erfolge im vorhergehenden Jahr übermütig werden. Es wird schwerfallen, auf dem Teppich zu bleiben, aber in diesem Jahr können wir uns leicht die Flügel verbrennen, wenn wir zu hoch hinauswollen. Eitelkeiten und viel heiße Luft bestimmen jetzt das Klima, es kann darum immer wieder zu kleinlichen Auseinandersetzungen und Enttäuschungen kommen. Wer sich zu hohe Risiken verkneift, kann sich am Ende doch noch freuen. Denn auch wenn der Hahn dazu neigt, Einfaches zu verkomplizieren, ist er doch ein guter Verwalter und bringt unterm Strich eher glückliche und sonnige Zeiten.

1909, 1921, 1933, 1945, 1957, 1969, 1981, 1993, 2005, 2017

Hund

Menschen, die im Jahre des Hundes geboren sind, besitzen viele Eigenschaften, die in China als besonders positiv angesehen werden, z.B. Loyalität, Ehrlichkeit, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Verschwiegenheit. Sie sind nicht sehr experimentierfreudig und oft sehr konservativ. Auf der anderen Seite sind sie häufig exzentrisch, eigensinnig und sogar egoistisch. Sie kümmern sich nicht um Reichtümer und Geld, sind aber immer großzügig. Sie haben hohe moralische Ansprüche und kritisieren oft die Fehler anderer. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr des Pferdes, des Tigers oder Hasen geboren sind

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Zeit für gute Taten

Das Jahr des Hundes ist ambivalent - einerseits bringt es harmonische Zeiten in die eigenen vier Wände, denn wir neigen jetzt dazu, treu und rechtschaffen zu sein. Wir sind nachdenklicher, überdenken unsere Werte und werden idealistischer. Andererseits werden wir dadurch auch stärkere Verfechter von Freiheit und Gerechtigkeit. Das schmeckt nicht jedem, und so kann es auch zu Konfrontationen oder Mobbing kommen. Wir können unkonventionelle und trotzdem effektive Veränderungen bewirken, wenn wir gesunden Menschenverstand und Großmut einsetzen - auch das geht in diesem Jahr ganz leicht!

1910, 1922, 1934, 1946, 1958, 1970, 1982, 1994, 2006, 2018

Schwein

Menschen, die im Jahr des Schweins geboren sind, sind oft galant und gute Kavaliere. Bei allem was sie tun, setzen sie ihre gesamte Energie ein. Sie verfolgen ihr Ziel ohne einen Gedanken an ein Aufgeben oder Zurückweichen zu verschwenden. Sie haben dabei meistens das Glück des Tüchtigen und können ihre Ziele erreichen. Bei Freundschaften sind sie sehr wählerisch, aber die einmal geschlossenen Freundschaften sind dann von langer Dauer, da sie stets loyal zu ihren Freunden stehen. Sie sind sehr wissensdurstig und sind normalerweise sehr gut informiert. Trotzdem sind sie nicht sehr redselig und gehen Diskussionen und Streitereien so gut es geht aus dem Weg. Sie passen am besten zu Menschen, die im Jahr der Ratte oder des Schafs geboren sind

Horoskop für das kommende Jahr der Schlange:Das süße Leben wartet

Jetzt heißt es öfter als sonst: Schwein gehabt! Wir schöpfen aus dem Vollen und genießen das süße Leben. Zufriedenheit macht sich breit und wir fühlen uns sicher. Wir finden jetzt mit Leichtigkeit neue Freunde. Da dieses Zeichen sehr großzügig und gutgläubig macht, sollten wir trotzdem darauf achten, wie wir mit unseren Finanzen umgehen. Investitionen können nun leicht in die Hose gehen, weil wir zu Leichtsinn neigen. Also lieber noch mal gründlich prüfen, ob sich die Sache lohnt! Ansonsten haben wir Lust, zu feiern und es uns mit unseren Gästen so richtig gut gehen zu lassen. Warum nicht? Diät können wir auch nächstes Jahr machen.1911, 1923, 1935, 1947, 1959, 1971, 1983, 1995, 2007, 2019

 

Mit diesem Eintrag verabschiede ich mich auch nach Hong Kong und wünsche allen ein schönes neues (chinesisches) Jahr!

Dienstag, 05.02.2013

Mädchentag

Gestern hatte ich einen richtigen Mädchentag. Nach der Arbeit bin ich mit meiner 23jährigen Kollegin Han Ruixue (ihr Vorname, also der Name der hinten steht, bedeutet so viel wie „schwerer Schnee“) ins Nagelstudio und zum Friseur zur Kopfmassage gefahren.

Im winzig kleinen und total vollgestopften Nagelstudio habe ich mir die Nägel mit einem Gellack auf Shellac Basis lackieren lassen. Hierbei wird der Lack mit UV Licht ausgehärtet, wodurch er nicht splittert oder zerkratzt (der Albtraum einer jeden Frau mit Nagellack). Er sitzt also so bombenfest, dass er sich nur mit speziellen Entferner wieder lösen lässt. Ich habe mich für ein nettes Rosa mit farblich passendem Glitzer entschieden...Han Ruixue hat sich für das nahende chinesische Jahr der Schlange die Nägel in glücksbringendem rot-gold anmalen lassen. Auch für die Nageldame war ich der erste ausländische Gast, weshalb ich ganz viele Komplimente bekommen habe (tolle helle Haut, grosse blaue Augen bla bla bla). Ich glaub ich bleib einfach in China, da kriegt man immer nette Sachen gesagt von allen....

Für die ganze Prozedur (inkl. Maniküre mit unsterilisierten Geräten) habe ich umgerechnet 7,50Eur bezahlt. Etwa 1/4 von dem, was es in Deutschland kostet. Aber da werden die Geräte vor Nutzung bei einem neuen Gast auch sterilisiert oder zumindest desinfiziert und nicht einfach und offensichtlich weiterbenutzt. Sollte ich also in den nächsten Wochen an Hepatitis oder irgendeiner anderen fiesen Infektionskrankheit erkranken....habe ich eine grobe Vermutung warum. Ich hab aber sofort danach Desinfektionsgel benutzt und mich durch den netten Anblick der Nägel positiv stimmen lassen...habe mal gehört bei positiv denkenden Menschen haben es die Viren und Bakterien schwerer ;)

Danach gab es dann in einem Imbiss ein paar Leckeren aus der recht scharfen Szechuan Provinz (tötet sicher auch ein paar Viren) und im Friseurgeschäft statt der geplanten Kopfmassage (die Waschbeckenkapazität war an diesem Abend sehr ausgelastet) eine Intensivhaarkur. Nachdem Han dem Friseur Mut zugesprochen hat, wurden auch mir ausländischem Wesen die Haare gewaschen und vor dem Spiegel entwirrt. Das Entwirren hat den guten Friseur dann noch mehr verwirrt, schliesslich haben die meisten Chinesen sehr glattes und damit nahezu knotenfreies Haar, wohingegen mein Haar nach dem Waschen zu Locken neigt und demenstprechend widerspenstig ist. Er hat sich aber tapfer durchgekämpft und mir anschliessend die Haare mit einer Haarkur eingerieben. Zur besseren Aufnahme der Kur (oder einfach nur um ein bisschen Wirbel zu machen), wurde ich dann für über 30 Minuten unter eine Wasserdampfhaube gesetzt und ordentlich bedampft. War sehr schön warm. Dann Haare auswaschen und föhnen und mit einer merkwürdigen Wickeltechnik Locken ins Haar gezaubert...FERTIG. Wie viel das Ganze gekostet hat, weiss ich leider nicht. Ich wurde von Han eingeladen.

Jetzt bin ich aufgemöbelt für Neujahr (frisch geschnittene und gepflegte Haare, manikürte Nägel, positive Einstellung) und kann meinem Besuch bei Anja in Hong Kong enstpannt entgegenblicken...Mir bricht garantiert kein Nagel ab und die Haare liegen auch (Anja, all dies nur für dich und unser gemeinsames Fest inklusive Valentinstag :D).

 P.S. Übrigens bin ich im Jahr der Schlange geboren, weshalb das kommende Jahr (welches eben das Jahr der Schlange wird), genau mein Jahr wird.

 P.S.S. Ralfie verbringt die Woche übrigens bei meiner Kollegin Shi Chenjun.

Montag, 04.02.2013

Pink, Pudong & Pizza

Dieses Wochenende war ein sehr gutes.
Ich bin am Samstag bereits um 10 Uhr mit der Bahn Richtung Olaf und Kathrin aufgebrochen, um rechtzeitig um 12 Uhr zu einem frühen Mittagsessen zu erscheinen. Ich habe an dieser Stelle auch meine erste kurze Taxistrecke alleine zurückgelegt...und es hat geklappt, trotz etwas komplizierter Wegführung. Es gab Nudeln mit Tomatensauce – eine sehr willkommene Abwechslung zu all dem Reis。

Während des Essens schmiedeten wir einen Plan für den Tag:
Nach dem Essen sollte ich mit Angelez zum Stoffmarkt aufbrechen und meinen pinken Cashmeremantel abholen, während Olaf und Kathtrin mit der Katze zum Tierarzt fahren.
Gegen 17 Uhr sollten wir uns dann in Pudong, welches sich auf der anderen Seite des Bunds befindet und all die herrlichen Wolkenkratzer aus der Skyline von Shanghai beherbergt, treffen und ein bisschen umherwandern und die Sehenswürdigkeiten abklappern.
Zu Abend essen wollten wir bei einem Italiener im Jin Mao Tower.

Soweit so gut...aber wie heisst es doch so schön?! Bring Gott zum Lachen – Mach einen Plan.

Aber ich beginne besser von vorne:

Wie besprochen, sind Angelez und ich zum Stoffmarkt. Dafür sind wir mit der Bahn fast einmal quer durch Shanghai und durften uns mit rotzenden Chinesen um Sitzplätze kabbeln.
Angekommen, ging es sofort zu der Schneiderin mit meinem Mantel, welcher nach einer kurzen Korrektur der Ärmel perfekt war. Ich meine „Hallo, er ist PINK!“
Ich habe dann noch 2 Blusen in Auftrag gegeben und habe mit Angelez nach einem Stand mit dem passenden Stoff für diese Hose gesucht.

 

Leider gab auch die riesige Auswahl auf dem sich auf 3 Etagen erstreckenden Stoffmarkt nichts derartiges her. Alles, was eine gewisse Ähnlichkeit aufwies, war aus Seide...aber man (oder besser Frau) kann ja nicht alles haben.

Direkt nach dem Markt ging es dann mit dem Taxi über die Nanpu Bridge, von wo wir einen ersten tollen Ausblick auf die Wolkenkratzer Pudongs hatten (leider war der Jin Mao Tower direkt hinter dem World Financial Center versteckt, weshalb wir kurz verwirrt waren und uns glatt Sorgen um unser Abendessen gemacht haben!).

Bei einem kleinen Snack mussten wir dann leider per SMS erfahren, dass es Kathrin gar nicht gut ging und sie nicht mehr mitkommen würde, Olaf aber auf dem Weg zu uns sei. Wir machten uns natürlich grosse Sorgen, immerhin ging es Kathrin beim Mittagessen noch einigermassen gut. Ursprünglich sollte ich bei Olaf und Kathrin im Gästezimmer schlafen, da der Heimweg mit dem Taxi immer etwas doof ist so ganz alleine und ohne Fähigkeiten der chinesischen Sprache. Um Kathrin aber nicht zu stören, habe ich dann meine Übernachtungsmöglichkeit gewechselt und mich bei Angelez eingenistet. Dies war  kein allzu grosses Problem, da sie im Haus neben Olaf und Kathrin wohnt und auch ein Gästezimmer hat.

Im Dämmerlicht sind Angelez und ich dann zwischen den berühmtesten Gebäuden Shanghais gewandelt und haben uns in der IFC Mall mit Olaf getroffen. Die Gefahr in dieser Mall etwas zu finden, dass man sich spontan und „im Vorbeigehen“ mal eben kaufen könnte ist relativ gering. Das passendste Adjektiv für diese Mall ist wohl das Wort „Exklusiv“. Chanel, Cartier, Bulgari, Prada, Gucci.... alle sind sie da.

PudongWorld Financial Center (auch Flaschenoeffner genannt)World Financial Center & Jin Mao Tower (rechts) & der entstehende Shanghai TowerPudongAngelez & ichPudongWorld Financial CenterPudongIn der IFC MallPearl TowerSuper Brand Mall (groesste Mall Chinas)

Nach einem kleinen Spaziergang zum Pearl Tower und einem Schuh- und Mantelwechsel (jahhhaa, der PINKE wurde erstmals ausgeführt) ging es dann in den 56. Stock des Jin Mao Towers. Hier erwartete uns ein Tisch direkt am Fenster und hervoragende Antipasti, Pizza und Wein. So eine Pizza mit Seranoschinken und Ruccola schmeckt doch tatsächlich nochmal etwas besser, wenn man beim Verzehr hinaus auf den Bund und all die Lichter der Wolkenkratzer schauen kann.

Beim ItalienerOlaf vor dem Mega AusblickAngelezDer Ausblick von unserem Tisch

Nach dem Essen sind wir dann zurück in den Compound von Olaf, Kathrin und Angelez und ich habe meine Sachen zu Angelez verfrachtet. Wir haben dann noch Oceans 12 geschaut, welchen wir beide nun endlich verstanden haben. Ich hatte ihn bereits 2 Mal zuvor gesehen und nie verstanden, wie sie denn nun schon vorher an das olle Faberge Ei gekommen sind! Aber jetzt weiss ich es und ich kann endlich Oceans 13 schauen :D

Geschlafen habe ich dann in einem frisch bezogenen Bett in einem gut beheiztem Gästezimmer. Nach einem Frühstück durfte ich dann sogar noch in einer ECHTEN Dusche duschen (Oh man, ich höre mich an wie ein Waldmensch) und bin dann sauber, gesättigt und glücklich zur Bahn gefahren und habe mich auf den Heimweg gemacht...

Freitag, 01.02.2013

Friseurbesuch auf Chinesisch

Ich war beim Friseur. Hier in China. Und ich hatte grosse Angst. Aber es musste sein, da ich vor der Abreise aus Deutschland keine Zeit mehr für einen Friseurbesuch hatte und meine Spitzen hier durch das Leitungswasser (was man nicht trinken darf) und das dauerhafte Schaltragen arg ramponiert wurden. Ausserdem hatten meine Haare eine Länge erreicht, die nur noch lästig war.

Also hab ich Luo Zhen überredet mich zu begleiten und zu dolmetschen. Wir sind dann in den Friseurladen in der Mall gegangen, welcher immer recht gut besucht ist (was ich als positives Zeichen interpretiert habe) und auch sehr gut gepflegt aussieht (im Gegensatz zu einigen Kaschemmen auf der Strasse).

Laut Luo Zhen ist der Laden für chinesische Verhältnisse ziemlich überteuert, allerdings habe ich ihr dann eine kleine Einführung in deutsche Friseurpreise gegeben und sie wurde ganz schnell still.

Ich habe dann für stolze 8,50EUR eine 50 minütige Behandlung inklusive Beratung (die Luo Zhen für mich übernommen hat), Schulter- und Nackenmassage, Waschen (mit mehreren Shampoos, Kuren etc.), Kopfmassage, Schneiden und Föhnen bekommen. Das begeisterte Ausrufen meines Friseurs, der sich übrigens als „Boris“ vorstellte und ausser dem Wort „Beautiful“ kein Englisch sprach), wegen meiner natürlichen Haarfarbe und Lockung war sogar gratis. Boris war auch leicht nervös, weil ich seine erste ausländische Kundin war...er hat seinen Job aber gut gemacht. Jetzt hab ich ca. 15cm kürzere (und dennoch sehr lange) Haare mit gepflegte Spitzen.

Besonders hervorheben muss ich unbedingt noch die Praxis hier die Haare zu waschen: Statt wie in Deutschland an einem dieser furchtbar unbequemen Sitze vor einem Waschbecken mit Nackenausbuchtung (wovon ich nachher immer tagelang Nackenschmerzen habe) Platz zu nehmen, wird der Kunde in chinesischen Friseursalons zu einer erhöhten Liege geführt und bekommt dann bequem im Liegen die Haare gewaschen und den Kopf massiert – frei von Nackenschmerzen durch das fiese Waschbecken. Ich bin total begeistert und will unbedingt nochmal dahin :)