Dienstag, 29.01.2013

Abteilungsessen

Das Department Dinner anlässlich des New Year Festivals….war definitiv eine Erfahrung für sich.

Wie bereits beschrieben, war die Stimmung sowie die Kleidung im Office bereits sehr entspannt, weshalb es vor Aufbruch mit mehreren Taxen auch erst einmal eingeschweißte Kleinigkeiten gab (Entenniere, Hühnerfüße etc). Ich hab mir auf Drängen meiner Kollegen (ich glaub die machen das mit Absicht) auch brav ein Päckchen genommen und in einem unbeobachteten Moment in meiner Tasche verschwinden lassen.

Zusammen mit Dario und zwei chinesischen Kollegen ging es dann mit dem Taxi Richtung angepeiltem Restaurant. Zumindest war das unser Plan, der aber durch den Fahrstil des Taxifahrers arg gefährdet schien. Dieser hackte nämlich mit einem Affentempo und im Zickzackkurs über die Autobahn, als wäre der Teufel persönlich hinter ihm her! Was dazu führte, dass der neben mir sitzenden Kollegin so schlecht wurde, dass sie eine Kotztüte sowie Reinigungstücher vom Fahrer bekommen hat (womit wir wieder beim neuerdings und eigentlich ungeplant vorherrschenden Nebenthema dieses Blogs wären)!

Also habe ich den Rest der Fahrt dafür gebetet, dass sie eben nicht k... muss. Denn dann wäre der Abend für mich sowas von gelaufen gewesen. Ich kann echt einiges sehen, Blut, Verbrennungen, aber K... geht gar nicht. Zum Glück musste sie dann wirklich nicht und wir sind einigermaßen unbeschadet im Restaurant angekommen. Dort erwartete uns ein Separee mit 3 Rundtischen für 30 Personen. Als Vorspeise gab es zuerst eine Rindernudelsuppe, die eigentlich nur das Ziel hatte den nachfolgenden Alkohol aufzufangen. Dieser wurde „Chinese Wine“ genannt, also Chinesischer Wein, allerdings handelte es sich dabei in Wirklichkeit um 55% Schnaps. Mit Auspacken des besagten Schnapses (Zitat Marco: „Oh ja, der ist gut, da bekommt man keinen Kater von, weil der die Gehirnzellen nicht angreift oder verwundet, sondern sofort tötet“) teilte sich die Gesellschaft in einen Frauen- und Männertisch auf, wobei der Männertisch auch als Umschlagplatz für Alkohol und Zigaretten bezeichnet werden kann.

Wir Frauen hielten uns an Fruchtsäfte, Tee und (in meinem Fall) Cola.

Die Speisen stammten aus der Guizhou Provinz und waren scharf und würzig (fast in jeder Speise war Koriander). Es gab eine große Auswahl an Fleisch und Fisch und sogar Salat und Erdnüsse. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle noch einmal die Entenzungen (die ich dieses mal nicht gegessen habe) und Seeohren (die ich gegessen habe). Bei letzteren handelt es sich um eine Meeresschnecke, die aber aussieht wie eine Muschel und angemacht mit Gemüse wirklich sehr lecker ist.

Die Männer haben sich allerdings hauptsächlich „flüssig“ ernährt, weshalb ich bereits sehr früh die optischen Auswirkungen der chinesischen Alkoholintoleranz in Verbindung mit dem Flush-Syndrom (Erröten des Kopfes) beobachten durfte. Wirklich sehr interessant, wenn man das sonst nur im Biologieunnterricht besprochene Phänomen plötzlich live bei 28 Chinesen in einem Raum sieht. Aber da hier alle rot sind, wurde fleißig weiter angestoßen (auch ich wurde zu einem Pinnchen genötigt) und Videos und Fotos gemacht (wobei ich mehr als gern zusätzlich ins Bild geschoben wurde).

Nach einer Preisauslosung torkelten „meine Chinsesen“ noch mit Dario und mir in ein KTV. Ja, richtig gelesen, ich war wieder im KTV! Und dieses Mal mit chinesischer Mehrheit. Dies bedeutete, dass die Herangehensweise weitaus professioneller war als letzten Samstag. Dieses Mal hatte unser Raum eine eigene kleine Bühne, 3 Mikros und zahlreiche kleine betrunkene, chinesische Stimmwunder in peto. Da wird auch nicht lange gefackelt, sondern gleich die Mikros umkämpft und losgeträllert und getanzt. Lauter Rampensäue, diese Chinesen! Das chinesische Liedgut teilt sich übrigens nur in 2 Kategorien auf:

1. Schmachtende Liebeslieder voller Herzschmerz

2. „Ich-liebe-mein-Land“-Lieder

Wobei dies nicht bedeuten soll, dass die Chinesen nicht beim Gangnam Style total abdrehen! Unfassbar, wie die abgetanzt haben...Asterix und Obelix würden wohl so etwas wie „Die spinnen die Chinesen“ sagen.

Ich glaube man hat China nicht erlebt, wenn man nicht einmal mit Chinesen beim Karaoke war und sich ebenfalls zum Deppen gemacht hat. Deshalb haben wir „lǎowàis“ (chinesisches Wort für Ausländer) auch gleich mal schön die Backstreet Boys angestimmt und uns fast gar nicht geschämt...Wir wurden auch sehr begeistert angefeuert und gefilmt. Ich hoffe das Video taucht niiiiiiiiiiiiiiiieeeeemals wieder auf!

Beim Essen Beim Essen Das Essen Das Essen Summer, die hübscheste Chinesin üerhaupt! Chinesische Männer beim Trinken Chinesische Männer beim Trinken Im KTV KTV Gangnam Style Gangnam Style Gangnam Style


Originalvideo vom Gangnam Style