Montag, 18.02.2013

From Hong Kong with Love

Mittlerweile bin ich zurück aus Hong Kong und möchte nicht vorenthalten, welch eine großartige Zeit ich in dieser wunderbaren Stadt hatte.

Bevor ich aber mit dem detaillierten Bericht beginne folgt noch ein kleiner Ausschnitt aus Wikipedia:

„Hong Kong (englisch ‚Duftender Hafen‘) ist eine Metropole und Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China. Der Stadtteil Central im Norden der Insel Hongkong ist das Finanz- und Geschäftszentrum der Stadt. Der bevölkerungsreichste Stadtteil und kultureller Mittelpunkt ist die Halbinsel Kowloon südlich der New Territories. Das an der Mündung des Perlflusses auf einer Halbinsel und 262 Inseln gelegene Territorium war bis 30. Juni 1997 eine britische Kronkolonie und wurde vertragsgemäß am 1. Juli 1997 an China zurückgegeben.“

Der Freitag begann für mich schon sehr früh, da mein Flieger bereits um 10 Uhr morgens ging (Check-in 2 Stunden vorher) und ich knapp 2 Stunden Fahrt zum Flughafen einrechnen musste.

Also hatte mir meine Arbeitskollegin Chenjun ein Taxi für 6 Uhr zu meinem Wohngebiet bestellt. Dieses sollte mich bei Ankunft auf dem Handy anrufen, was ich aber als leicht kompliziert empfand, da ich ja kein Chinesisch spreche. Also bin ich bereits um 5 vor 6Uhr mit meiner 12 kg Reisetasche zum Eingang marschiert und habe draußen bei -1 Grad unter Beobachtung von 4 im Pförtnerhäuschen stehenden Männern gewartet.

Als das Taxi um 6.15 Uhr noch immer nicht da war überkam mich leichte Panik, da ich ja geplant hatte mit dem Taxi zum nationalen Flughafen zu fahren und dort den Shuttle Bus zum Internationalen Flughafen zu nehmen.

Also bin ich ins Pförtnerhäuschen und habe versucht die Herren zu bitten mir ein Taxi zu rufen. Aus Ermangelung an Chinesisch habe ich mit wilden Gesten ein Telefon symbolisiert und das Wort Taxi gesagt. Zusätzlich noch einen Menschen beim Autofahren imitiert (mit Brumm Brumm Geräuschen). Die Herren verstanden aber wohl kein Wort (weil Taxi ja nicht ungefähr das internationalste Wort der Welt ist, das jedes Baby kennt) und fingen an mich auf Chinesisch vollzuquatschen.

Da stieg in mir die Wut über die nicht vorhandene Bereitschaft mir zu helfen auf und ich bin gegangen. Mal ganz ehrlich, was kann ein Mensch, der 15 Minuten mit Reisetasche an der Strasse gewartet hat und dann mit Telefon und Autogesten versucht zu kommunizieren wohl meinen? Ich denke sogar ein Blinder ohne Ohren hätte das verstanden.

Ich bin dann also mit der Reisetasche zur Hauptstrasse marschiert und habe mir nach einigen Minuten ein leeres Taxi abfangen können. Aaaaaber hier in Shanghai darf ja nicht jedes Taxi überall hin, weshalb der gute Fahrer nach dem Lesen meiner Zieladresse (auf Chinesisch, denn anders kommt man hier nicht an) erst einmal telefonieren musste. Also wartete ich weitere 5 Minuten in der Kälte. Er durfte dann aber wohl zum nationalen Flughafen und hat mich entnervte Ausländerin dann auch ohne weitere Probleme zum Ziel gefahren. Der Umstieg in den Shuttle Bus war dann auch recht unkompliziert, ebenso wie das einchecken, die Sicherheitskontrolle (sehr lax) und der Einstieg ins Flugzeug am Internationalen Flughafen.

Ich saß in einer 3er Reihe mit einem älteren chinesischem Ehepaar, welches (mit dem Rest der Familie in der Reihe hinter uns) den gesamten Flug lang lauthals geredet und Essen ausgetauscht hat (2 1/2 Stunden Flug plus 30 min Verspätung). Wie sich herausstellte gab es auf dem Flug weder einen Snack noch ein Getränk for free, weshalb sich alle Chinesen Verpflegung für 3 Tage mitgebracht haben und diese auch innerhalb der 3 Stunden Flug verspeist haben. Naja, sagen wir eher gefressen....denn anders kann man das nicht nennen. Geschmatze und Gegrunze im ganzen Flieger...von den Gerüchen einiger chinesischer Speisen will ich gar nicht erst sprechen.

Im Flieger bekamen ich dann ein Zettelchen für die Immigration, wo ich eine Adresse in Hong Kong eingeben musste. Tjaaaaa...leider hatten Anja und ich vergessen diese auszutauschen. Also habe ich nach der Landung eine halbe Stunde lang versucht Anja telefonisch zu erreichen und per Internet nach einem Hinweis auf ihre Adresse in ihrem Blog gesucht (jaaa, auch Anja hat einen Blog).

Leider habe ich nichts gefunden, weshalb ich am Ende vollkommen entnervt und verschwitzt vom Rumlaufen einfach irgendeine Strasse eingetragen habe. Wie sich rausstellte hat das an der Immigration Station eh keinen interessiert.

Dann habe ich Geld gewechselt, mir schnell ein Bahnticket für den Airport Express Zug gekauf (welcher in 24 Minuten vom Flughafen nach Hong Kong Central fährt) und mich in ebenjenen Zug gesetzt. An der Enstation wartete dann Anja mit frisch gepresstem Orangensaft auf mich und musste aufgrund meines wohl arg zerzausten und erschöpften Anblicks (ich war zu diesem Zeitpunkt bereits 9 Stunden wach) lachen. Gemeinsam machten wir uns auf den Weg zu ihrem Zimmerchen auf Hong Kong Island.
Die Verniedlichung des Wortes Zimmer ist in diesem Falle ernst zu nehmen, da das Zimmerchen wirklich nur ein Zimmerchen war. Insgesamt 8m2 inklusive Bad (welches lediglich durch eine Glasscheibe vom Rest des Raumes getrennt war). Wir überlegten uns dann auch ganz fachmännisch, wie wir die Hürde „Privatsphäre Bad“ nehmen wollen und entschieden uns für die Variante „Die-andere-wartet-auf-dem-Flur“.

Nach dem Einsortieren meines Reisegepäcks machten wir uns auch gleich auf den Weg zur Uni von Anja, wo diese eine Vorlesung hatte und ich die Wartezeit zum Verschnaufen nutze. Nach einem Abendessen wollten wir dann die berühmte Lichtershow „A Symphony of Lights“ am Hafen von Hong Kong anschauen, verpassten diese aber um wenige Minuten. Stattdessen haben wir beim Foto machen den Russen Mikhail kennengelernt und sind mit diesem noch zum Nightmarket (ein Fake Markt) gegangen und haben uns von all dem angebotenen Ramsch nicht allzu sehr ablenken lassen. Lediglich Anja hat eine Tasche in Form eines Teddykopfs gekauft und ihn Paulie genannt. Beruflich konnten wir leider nicht viel aus Mikhail herausbekommen, was uns zu der Vermutung führte, dass er evtl. bei der Russischen Mafia arbeitet. Verneint hat er meine Frage danach zumindest nicht....

Nach einem amüsanten Abschluss des Abends bei McDonald (inklusive Einladung nach St. Petersburg) haben wir uns dann von Mikhail verabschiedet und sind in unser Zimmerchen gegangen und fast sofort eingeschlafen.

Skyline

Nachdem wir am Samstag mit Halsschmerzen aufgewacht sind (es war doch weitaus kühler in Hong Kong als erwartet) und wir uns im fliegenden Badwechsel fertig gemacht haben, gab es ein leckeres Frühstück mit Baguette und Obst.

Zusammen mit Sanna, einer finnischen Austauschstudentin und Kommilitonin von Anja haben wir uns dann mit dem Mini Bus auf den halsbrecherischen Weg nach Stanley gemacht. Hier haben uns 2 chinesische Freundinnen von Anja und Sanna herumgeführt. Stanley ist sehr nett, mit eigenem Strand und sehr mediterraner Optik. Es waren auch sehr viele Westler unterwegs.

Es gab sogar sehr leckeres italienisches Eis, von dem ich für stolze 4Eur 1 Kugel Himbeer Sorbet verspeist habe.

Nach einem Essen im Restaurant mit Shanghaier Küche (Haha) haben wir uns von den Chinesinnen verabschiedet und den beiden ein schönes Neujahr gewünscht. Sie sollten den Abend traditionell im Kreise der Familie verbringen und sich gegenseitig Geldgeschenke machen und ganz viel essen.

Wir sind dann noch zum Neujahrsmarkt gefahren, welcher auf einem riesigem Platz lag auf dem mindestens 1 Millionen Chinesen bunten und kitschigen Ramsch fürs Neujahr kauften. Es war unglaublich, man wurde nur so von dem Massen mitgezogen und konnte sich im verbeigeschoen werden sämtliches Gedöns mit Schlangenmotiv anschauen. Wäre hier eine Panik ausgebrochen, hätte das Ganze mehr als böse Folgen gehabt...Fluchtwege gab es nämlich keine. Und insbesondere nach der Love Parade Tragödie muss ich doch zugeben, dass ich diesbezüglich aufmerksamer geworden bin.

Aber es ist nichts passiert und wir haben uns mit einem leichten Überfluss an Eindrücken in eine der Trams von Hong Kong gesetzt und haben uns dann doch noch die Sympohny of Lights angeschaut. Sie ist allerdings weitaus weniger spektakulär als erwartet. Danach sind wir gemütlich mit der U-Bahn zu Anjas Haltestelle getuckert. Weniger gemütlich ging es dann die 200 Stufen sowie einen kleinen Berg hoch zu Anjas Wohnhaus und wir haben den Abend laut lachend vor der neuen Werbekampagne von H&M mit David Beckham ausklingen lassen. Totmüde und ausgelaugt sind wir dann schliesslich eingeschlafen.

Halbherzige begeisterung auf dem Neujahrsmarkt

Mit noch mehr Halsschmerzen sind wir dann am Sonntag zum Wunschbaum von Hong Kong aufgebrochen. Hier wird bei einem traditionell chinesischem Festival ein Baum mit lauter Orangen beworfen, wobei an jeder Orange ein Zettel mit Wünschen hängt. Bleibt die Orange am Baum, gehen die Wünsche in Erfüllung. Auch wir haben unser Glück versucht und nach mehreren Anläufen die Orangen auf den Baum katapultiert. Hoffen wir mal es klappt....

Amüsant sind übrigens die Wunschkarten an den Orangen. Neben einer freien Seite, auf der man selber kreativ werden kann, gibt es noch eine Seite zum Ankreuzen. Die Auswahl an Wünschen reicht hierbei von Reichtum über Liebe bis zur Geburt eines Jungen.

Abends haben wir uns dann noch die berühmte Neujahrsparade angeschaut, welche wirklich grossartig war. Ein großer bunter Karnelval mit Partymusik, kleinen Geschenken, fantasievollen Kostümen und begeisterungsfähigen Chinesen.

Jahr des Pferdes 2 Schlangen Parade

Der Montag war für weiteres Sightseeing reserviert, weshalb wir uns auf den Weg zum Temple of 10000 Buddhas machten. Leider landeten wir zuerst in einem chinesischen Urnenfriedhof inklusive gerade aktivem Verbrennungsofen. Nach diesem unfreiwilligen und leicht makaberen Ausflug haben wir uns von einem Friedhofswächter die Richtung zum Tempel zeigen lassen und sind allein beim sehr mühsamen Aufstieg bei ca. 20 Grad an 1000 Buddhas vorbeigekommen.

An der Haupthalle des Tempels angekommen (in der ca. 5000 Buddhas standen) hatten wir einen tollen Ausblick auf das uns umgebende Hong Kong und entschieden uns aufgrund akuter Atemnot vom bisherigen Aufstieg gegen den weiteren Weg nach oben entlang der anderen 4000 Buddhas.

Stattdessen wollten wir den Sonnenuntergang am Victoria Peak, einem Aussichtspunkt hoch über Hong Kong, anschauen. Nach einer fast einstündigen Fahrt mit dem Taxi zum Victoria Peak (für knapp 8 Eur), war es leider mehr als bewölkt, weshalb der Sonnenuntergang kaum erwähnenswert war. Um das Neujahrsfeuerwerk anzuschauen sind wir deshalb nach Wang Chai gefahren, welches all die grossen Wolkenkratzer beherbergt, die abends bei der Symphony of Lights angestrahlt werden. Das Feuerwerk war bombastisch und farbenfroh und gänsehautmässig. Ich habe noch nie so ein tolles Feuerwerk gesehen und möchte mich an dieser Stelle bei meinen Eltern bedanken, die mir die Möglichkeit gegeben haben am chinesischen Neujahr in Hong Kong zu sein. Vielen Dank für dieses tolle Weihnachtsgeschenk.

Hungrig von all dem Staunen haben wir uns an der längsten Rolltreppenstrecke der Welt in einen Subway gesetzt und wurden beim Essen unseres Baguettes von den vorbeifahrenden Rolltreppennutzern bestaunt. Generell muss ich sagen, dass man zwar in Hong Kong auch angeschaut wird, dabei aber weniger begafft wird wie ein Alien und meist auch sehr nett angelächelt wird. Dies liegt wohl daran, dass Hong Kong generell internationaler ist und man hier viel mehr Westlern begegnet als in Shanghai. Auch spricht hier fast jeder englisch...sogar die Taxifahrer verstehen das meiste. Ich bin von daher sehr begeistert.

Aber zurück zur Rolltreppe....wie wir dann so da saßen und aßen, fanden wir es ein bisschen doof diejenigen zu sein, die angeschaut werden, weshalb wir dazu übergegangen sind, jedem der die Rolltreppe runtergefahren kam eine „Note“ von 1-10 zu geben. Jaja, das ist sehr sehr oberflächlich und wir wissen das auch, aber wir hatten zumindest für eine halbe Stunde einen Heidenspass. Außerdem sollte dies nur eine kleine Hommage an die 6 Wochen sein, in denen wir angestarrt wurden. Ich muss aber auch sagen, dass wirklich einige sehr gut aussehende Menschen in Hong Kong auf Rolltreppen unterwegs sind.

Friedhof Am Temple of 10000 Buddhas Ausblick vom Victoria Peak

Der Dienstag war eigentlich für Disneyland reserviert, allerdings ging es insbesondere Anja am Dienstagmorgen sehr schlecht. Die sich ankündigende Erkältung war bei ihr über Nacht komplett durchgebrochen, weshalb wir uns erst einmal auf den Weg zu einer Apotheke machten und uns entschieden einen ruhigeren Tag einzulegen. Deshalb sind wir ein bisschen durch die ifc Mall gebummelt, wo ich dem Apple Store einen Besuch abgestattet habe und mir ein iPad gekauft habe. Danach haben wir uns über die Kleidung in chinesischen Geschäften geärgert, da diese aufgrund unserer Körpergröße grundsätzlich anprobiert werden muss (und dann fast immer zu kurz ist). Leider bieten viele Geschäfte nur die „Erst-kaufen-dann-anprobieren“ Variante an. Und das ist leicht umständlich, weil wir dann ja auch fast immer alles wieder umtauschen müssten.

Beim Gang über den Ladies Market (ein weiterer Fake Markt) haben wir uns mal wieder überraschen lassen, was die Chinesen alles fälschen. Es ist schon irgendwie traurig. Aber naja, es wird ja niemand gezwungen etwas zu kaufen und schauen kostet nichts.

Abends habe ich mich dann mit meinem iPad angefreundet und zusammen mit Anja einen Film geschaut. Um für den nächsten Tag genug Kraft für Disneyland zu haben, ging es dann relativ früh um 2 Uhr nachts ins Bett.

 

Trotz kurzer Nacht waren wir dann am Mittwoch soweit fitt fürs Disneyland und haben uns glücklich auf den Weg gemacht. Um zum Disneyland zu kommen, muss man aus der regulären U-Bahn umsteigen in die Disneyland Line. Die Bahnen auf dieser Strecke haben Fenster und Handgriffe in Form von Mickey Mouse Köpfen und Vitrinen mit Figuren aus den Disneyfilmen. An der Endstation angekommen, geht man eine Allee entlang und umrundet begleitet von Disneymusik einen gro ß en Brunnen. Dann wird bezahlt und man darf den kleinsten Disneypark der Welt betreten.

Wie alles in China ist auch hier das Hauptaugenmerk auf Konsum gelegt, weshalb es weitaus mehr Shops als Fahrgeräte gab. Glitzerohren, Prinzessinnenkleider, Kronen, Toy Story Monster etc. Es gab nichts, was es nicht gab und an jeder Ecke leuchteten Kinderaugen auf (an der Kasse dann die der Parkbesitzer bzw. der Disney Company). Auch wir haben uns natürlich etwas gekauft und sind gekleidet in schwarze Minnie Ohren mit roter Glitzerschleife durch den Park stolziert (die Prinzessinnenkleider gabs nicht in unserer Größe).

So waren wir 2 Ausländerinnen mit den Ohren auch ein beliebtes Fotoobjekt und wurden mehr als oft auf Fotos gebeten. Dabei wurden uns Kinder in die Arme gedrückt oder wir in den Arm genommen...wir haben Mickey und Co. starke Konkurrenz gemacht. Aber natürlich wollten wir den echten Disneycharakteren nicht den Job stehlen und haben uns auch mit ihnen ablichten lassen. Insbesondere Goofy wollte uns nicht mehr gehen lassen und hat Anja verdächtig lange im Arm gehalten. 

Nach dem Tag in Disneyland wollten wir eigentlich feiern gehen und die Vorzüge der Ladies Night genießen, allerdings waren wir so unendlich erschöpft, dass wir nur ins Bett gefallen sind und 11 Stunden durchgeschlafen haben.

Ohne Frühstück und mit Angst vor Seekrankheit sind wir dann am Donnerstag mit der Fähre nach Lantau Island gefahren um den größten sitzenden Buddha der Welt zu besuchen. Ohne Seekrankheit verließen wir die Fähre, nur um bei der über einstündigen Busfahrt über Holperstraßen den Bus seekrank zu verlassen. An der frischen Luft wurde es dann aber schnell besser und der Aufstieg zum Buddha und zum Kloster gelang zwar atemlos aber ansonsten problemlos.

Laut Reiseführer gehört zu einer gelungenen Lantau Besichtigung auch noch ein Besuch des Fischerdörfchens Tai O. Hier sollte das ursprüngliche Leben chinesischer Fischer erhalten geblieben sein und die Besucher verzaubern. Ich weiss nicht, in welchem Fischerdorf der Autor des Reiseführers war, aber bestimmt nicht in Tai O. Also, ok, die alten Fischerhütten waren erhalten und offenbar lebten da auch noch Menschen, aber ansonsten war das Dorf von Touristen überlaufen und an jeder Ecke wurden Bootstouren zu den Delphinen angeboten. Es enstand also ein ganz makaberer Gegensatz, welcher zusammen mit dem Geruch des an jeder Ecke liegenden Fisches zu einer sehr negativen Stimmung führte.

Für die Rückfahrt entschieden wir uns dann für die U-Bahn statt der Fähre, allerdings mussten wir auch bis zur nächsten U-Bahnstation erst wieder Busfahren.  Während unsere chinesische Freundin Phoebe schlief, wurde Anja und mir so kotzübel, dass Anja sich nach vorne zum Fahrer setzen musste und ich nach Halt des Busses an der Endstation erst einmal am Straßenrand sitzen bleiben musste und dachte ich müsste mich entweder übergeben oder sterben. Beides ist letztenendes nicht eingetreten, aber ich hab lange gebraucht, bis ich die Bahn betreten konnte.

Nach einem Abendessen mit mega leckerem Mango Pomelo Fizz entschieden wir uns zur Ladies Night an diesem Abend zu gehen (immerhin war ja Valentinstag) und verabredeten uns mit Phoebe und einem Freund von ihr in der Hong Konger Bar/Clubstraße. Zum Glück befand sich diese in Laufnähe zu Anjas Zimmer, sodass wir genug Zeit hatten uns Partytauglich aussehen zu lassen. Schließlich mussten wir beide eine Menge Aufwand in das Verstecken unserer Augenringe stecken...

Der Abend war dann noch sehr witzig und vorallem ganz umsonst. Zuerst haben wir von den Freigetränken der Ladies Night profitiert und dann von der Einladung 18jähriger chinesischer Schuljungen in den VIP Bereich eines Clubs :D

Generell wird man hier als westliche Frau alle 5 Minuten angesprochen und vor allem angeschaut und bestaunt. Tanzangebote gibt es en mass und ein paar übereifrige Hände leider auch.

The Big Buddha Räucherstäbchen Räucherstäbchen

Nach kurzer Nacht mussten wir dann Anjas Zimmer leeren und in Koffer und Tüten verstauen, da sie noch am Freitag ausziehen und zu einer wenige Straßen entfernten indischen Familie zur Untermiete einziehen sollte.

Es war erstaunlich, was alles in 8m2 passt und wie oft man gehen muss, um alles zur Strasse zu bringen. Mit Taxi ging es dann zur neuen Bleibe und mit Hilfe eines neuen Nachbarn mitsamt des Gepäcks in die 5. Etage.

Auf dem Weg zu einem Mittagessen vor meiner Abreise zum Flughafen wurden uns noch glatt ein Studentenjob in einer Kunstgallerie angeboten und ein Jobinterview durchgeführt. Schade, dass ich wieder zurück nach Shagnhai musste...

Der Abschied fiel mir aufgrund der ereignisreichen und mega tollen Woche mit Anja in Hong Kong sowieso sehr schwer, allerdings weiss ich, dass ich wiederkommen werde. Ich kann auch nur jedem empfehlen mal nach Hong Kong zu kommen. Am besten mit viel Geld im Portemonnaie....denn Shoppen kann man hier ganz wunderbar.

 

Der Flug nach Shanghai war recht wackelig aber ansonsten ereignislos. Ich habe mein iPad ausprobiert und einen Film geschaut und bin dann mit dem Taxi 1 1/2 Stunden zu meiner Unterkunft gefahren. Diese erreichte ich auch gegen halb 12Uhr nachts und kann von Glück sprechen, dass der Taxifahrer den Weg kannte - denn Englisch als Weltsprache verlor mit Landung in Shanghai nahezu seine komplette Wirkung.