Dienstag, 05.02.2013

Mädchentag

Gestern hatte ich einen richtigen Mädchentag. Nach der Arbeit bin ich mit meiner 23jährigen Kollegin Han Ruixue (ihr Vorname, also der Name der hinten steht, bedeutet so viel wie „schwerer Schnee“) ins Nagelstudio und zum Friseur zur Kopfmassage gefahren.

Im winzig kleinen und total vollgestopften Nagelstudio habe ich mir die Nägel mit einem Gellack auf Shellac Basis lackieren lassen. Hierbei wird der Lack mit UV Licht ausgehärtet, wodurch er nicht splittert oder zerkratzt (der Albtraum einer jeden Frau mit Nagellack). Er sitzt also so bombenfest, dass er sich nur mit speziellen Entferner wieder lösen lässt. Ich habe mich für ein nettes Rosa mit farblich passendem Glitzer entschieden...Han Ruixue hat sich für das nahende chinesische Jahr der Schlange die Nägel in glücksbringendem rot-gold anmalen lassen. Auch für die Nageldame war ich der erste ausländische Gast, weshalb ich ganz viele Komplimente bekommen habe (tolle helle Haut, grosse blaue Augen bla bla bla). Ich glaub ich bleib einfach in China, da kriegt man immer nette Sachen gesagt von allen....

Für die ganze Prozedur (inkl. Maniküre mit unsterilisierten Geräten) habe ich umgerechnet 7,50Eur bezahlt. Etwa 1/4 von dem, was es in Deutschland kostet. Aber da werden die Geräte vor Nutzung bei einem neuen Gast auch sterilisiert oder zumindest desinfiziert und nicht einfach und offensichtlich weiterbenutzt. Sollte ich also in den nächsten Wochen an Hepatitis oder irgendeiner anderen fiesen Infektionskrankheit erkranken....habe ich eine grobe Vermutung warum. Ich hab aber sofort danach Desinfektionsgel benutzt und mich durch den netten Anblick der Nägel positiv stimmen lassen...habe mal gehört bei positiv denkenden Menschen haben es die Viren und Bakterien schwerer ;)

Danach gab es dann in einem Imbiss ein paar Leckeren aus der recht scharfen Szechuan Provinz (tötet sicher auch ein paar Viren) und im Friseurgeschäft statt der geplanten Kopfmassage (die Waschbeckenkapazität war an diesem Abend sehr ausgelastet) eine Intensivhaarkur. Nachdem Han dem Friseur Mut zugesprochen hat, wurden auch mir ausländischem Wesen die Haare gewaschen und vor dem Spiegel entwirrt. Das Entwirren hat den guten Friseur dann noch mehr verwirrt, schliesslich haben die meisten Chinesen sehr glattes und damit nahezu knotenfreies Haar, wohingegen mein Haar nach dem Waschen zu Locken neigt und demenstprechend widerspenstig ist. Er hat sich aber tapfer durchgekämpft und mir anschliessend die Haare mit einer Haarkur eingerieben. Zur besseren Aufnahme der Kur (oder einfach nur um ein bisschen Wirbel zu machen), wurde ich dann für über 30 Minuten unter eine Wasserdampfhaube gesetzt und ordentlich bedampft. War sehr schön warm. Dann Haare auswaschen und föhnen und mit einer merkwürdigen Wickeltechnik Locken ins Haar gezaubert...FERTIG. Wie viel das Ganze gekostet hat, weiss ich leider nicht. Ich wurde von Han eingeladen.

Jetzt bin ich aufgemöbelt für Neujahr (frisch geschnittene und gepflegte Haare, manikürte Nägel, positive Einstellung) und kann meinem Besuch bei Anja in Hong Kong enstpannt entgegenblicken...Mir bricht garantiert kein Nagel ab und die Haare liegen auch (Anja, all dies nur für dich und unser gemeinsames Fest inklusive Valentinstag :D).

 P.S. Übrigens bin ich im Jahr der Schlange geboren, weshalb das kommende Jahr (welches eben das Jahr der Schlange wird), genau mein Jahr wird.

 P.S.S. Ralfie verbringt die Woche übrigens bei meiner Kollegin Shi Chenjun.